Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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Haken-Pflug. 249

Man trifft dieses unter andern bey dem schlesischenAckerbau an. Denn daselbst wird die Brach- oderStürzfahre mit dem Pstuge zugerichtet; die zweyte oderim Brandenburgischen so genannte Wendefahre wirdvon dem in Schlesien so genannten Rührhaken bestel-let; und die dritte oder Saatfahre ist wieder ein Ge.schüft des Pfluges. Der besonders in Schlesien ein-geführte Haken, hat eine breite zweyschnerdige Haken-Schar, und wird, weil man damit die gebraachren Ae-cker rühret, d. i. nach der Quere überpflügek, auch einRührhaken (insgemein Rührhaken,) und mit einemvermuthlich wendischen Worte auch Radlitz genannt.Die Arbeit selbst heißt das Hakenpflügen, das Rüh-ren , oder das Euiren, eigentlich Eueren. DiesesWerkzeug ist von sehr großem Nutzen. Man bearbei-ket damit den in der Brach - oder Stürzfahre in derLänge gepflügten Acker quer über, und zwar dergestalt,daß man die bey dem ersten Pflügen entstandenen Für«chen mit dem Haken unterfahrt. Durch dieses Mittelwerden nicht allein die ganz gebliebenen Furchen völligzerrissen, und der Acker dadurch recht klein und mürbegenracht, sondern daö Erdreich bekommt auch, weil derRührhaken tiefer, als der Pflug, fasset, die zum gutenWachsthum der Pflanzen erforderliche Tiefe. Es wärezu wünschen, daß diese so vortheilhafte Acker. Bestell-ungsark in mehrern Provinzen eingeführet, und da-durch allgemeiner gemacht würde. Man sucht zwaran denen Orten, wo der Rührhaken nicht gebräuchlichist, diesen Mangel dadurch zu ersetzen, daß mau diein der ersten Fahre in die Lange genommenen Stücke,in der zweyten quer über pflügen laßt. Ob nun diesesgleich an sich sehr gut, und nicht ganz ohne Nutzen ist, sokann man sich doch die Wirkung, die der Rührhakenthut, hiervon nicht versprechen. Der Pflug schneidetbey dem Querpflügen nur die ganz gebliebenen Furchenvon einander, der Rührhaken aber durchwühlet mit

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