Hopfen. 177
und die öfter» Mißjahre in dessen Erbauung, Weiterun«ausgeführt zu lassen, so macht der unüberwindliche Eigen»sinn in Deybehaltung der verwerflichen Art, den Hopfenzu verwahren, zum Theil den Hopfevban selbst nachtheilig.Am allermeisten aber thut solches die Armuth des Eigen-thümers. Ich verstehe hierunter nicht den Mangel am ge-genwärtigen nothdürftigen Unterhalte, sondern vielmehrdie Unvermögenheit, die jährliche» Kosten zum Hopfenbairohne äußerste Beschwerde so lange zu verlegen, bis sich einbilliger Verkauf zu den erbaneten Früchten darbiethe. Sogewöhnlich die gänzlichen Mißjahre im Hopfenbaue sind, soöfters pflegen selbige auch mit den reichsten Aernden abzu-wechseln. Und wenn man genau rechnet, so werden dieMißjahre mit den Jahren des Ueberflusses ziemlich in ei-nem Gleichgewichte stehen. So groß aber der Abfall derAernden gegen einander ist, so groß ist auch die Verschieden-heit des steigenden und fallenden Preises. Es ist also beydem Verkaufe des Hopfens höchst nöthig, sich bey Mittel,Preisen niemahls völlig aus dem Vortheile zu geben, son-dern allemahl einen so anten Dorrath zu behalten, daßman, bey gänzlichen Mißjahren, die im Garten ausgeblie-bene Aernde auf dem Boden gewinne. Meine Meinunghierbey aber ist nicht, den Verkauf des Hopfens bey Mtt-telpreifen gänzlich zu verwerfen. Ich Widerrathe nur dieEntblößung und Verschleuderung. Die Elgenrhümer derHopfengarten sehen ihren Aufwand sonst mit Verlust ver-zinset, und die Aufkäufer gewinnen ohne Gefahr. Hierzuaber wird freylich ein Besitzer in so guten Umständen erfor-dert, der mit dem Verkaufe einige Jahre anstehen, und denin den Hopfengarten verwendeten Verlag, ohne gegenwär-tigen größten Nachtheil missen könne. Allein, wie viel sindderer, so dieses auszuführen vermögend sind? In Städtenwird, wegen der starken Brauereyen, der Hopfenbau ammeisten getrieben. Die Besitzer der Gärten sind Bürger;Leute, die, wenn es viel ist, ihr nothdürstiges Auskommenhaben. Die wenigsten können einer» nur mäßigen Viehstandhalten. Die mehresten müssen also den Dünger einzeln zu-sammen kaufen, und die Mistfuhren, ja alle Arbetten be-sonders, theuer bezahlen. Noch nicht genug. Sie stehen,nebst ihren Grundstücken, unter der Accife; alles, was sieerbauen, kaufen oder verkaufen, ist Abgaben unterworfen.Ihre Unerfahrenheit im Hopfendarre nöthiget sie, sich desOek.Enc.XXVTh. M Ho-