Horn. 2zi
jungen Hörner, oder andere Fehler in den Blutgefä.ßen der Stirn, allerley Verstümmelungen und Mißge-stalten der Hörner hervor.
Mit den jeßt beschriebenen einfachen, hohlen undastlosen Hörnern stnd das Ochsen - Schaf- und Ziegen-Geschlecht versehen. Eine andere Art Hörner sind dieso genannten Geweihe, die sich von jenen darin unter«scheiden, daß sie nicht hohl, sondern durchaus fest,und mit mehrern Zacken oder Aesten versehen sind.Diese hängen unmittelbar mit dem Stirnbeine zusam-men, werden alle Jahr abgeworfen, und verjüngensich auch jährlich wieder mit einem neuen Par Aeste,doch nur bis in gewisse Jahre. Die Natur trifft, beyErzeugung der Geweihe beynahe eben solche Anstalten,wie bey dem Hervortreiben der Hörner. Es fangennähmlich bey einem Thiere, welche« Geweihe trägt,ungefähr 6 Monath nach seiner Geburt, am S^irnbei-ne auf beyden Seiten zwey Hügelchen oder Buckelnsich z« zeigen, an. Diese wachsen und verlängern sich,nehmen eine walzenförmige Gestalt an, und endigensich oben in eine hohle Fläche, welche dem künftigenGeweihe zur Grundlage dient. Dieser walzenförmigeAuswuchs wird die Muschel genannt. Nach Ver-lauf des ersten Jahres entsteht sofort das erste Geweih,indem solches mit einem einfachen Stamme ohne ei«vige Aeste mitten aus den Muscheln hervor bricht,und der Spieß genannt wird. Das alte Geweih ver-trocknet alle Jahr, und das Thier wirft es ab. Esbefördert das Abwerfen dadurch, daß es sich da-mit an die Bäume reibt, und gegen dieselben an-schlägt, wozu es vielleicht durch ein Jucken oderKiheln gereihet wird, welches von dem Zuflüsseder neuen Geweihmaterie herrühren mag. Hier-auf sprosset ein neues Geweih hervor, welches vonJahr zu Jahr mit einem neuen Aste, oder so ge-nannten Ende, vermehrt wird. Den HauptstammP 4 eines