Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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z66 Jesuit.

ganzen Staat so nahe an den Rand des äusseosten Ver-derbens gebracht, und den König vom Throne gestürzthaben. Ihren Anschlägen und Ralhgebungen maßman die äusserst verzweifelte Entschließung des un-glücklichen ^ atooris gegen seine eigene Unterthanenbey, daß er Willens war, den sämmtlichen Adel verrrätherischer Weise ermorden zu lassen, welches, wieman behauptete, auch wirklich geschehen seyn würde,wenn seine Armee dem Rathe der Jesuiten hätte Folgeleisten wollen. Durch diese und andere dergleichenBeschuldigungen wurden sie der Gegenstand des allge-meinen Hasses der ganzen Narion. Man verbothihnen aufs schärfste, sich in Staatssachen zu mischen;man ließ ein schimpfliches Edict gegen sie ergehen, undsie wurden grausam verfolgt und zum Lande hinaus ge-wiesen.

Auch aus den Rönigrcichen Böheim und Unsgärn, Mähren und Schlesien, und aus ganz Sie-benbürgen, wurden sie damahls schimpflich ausge-wiesen, und zwar unter dem Vorwande, dieses seyein neuer Orden, eine Gesellschaft, die einen gränzen-losen Ehrgeiß besitze, einen übermüthig stolzen Nahmenführe, und bey dessen ganzen Betragen bloß seine Po-litik nach Machiavel's Grundsätzen, keinesweges aberwahre christliche oder evangelische Klugheit, zum Grun-de liege.

Selbst iu Spanien wurde die Gesellschaft Jesueben so sehr angefochten. Man gab sie hier für Vor-läufer und Emissarien des Antichristes aus, welchemsie die Wege bahnen wollten. In diesem Lande gelanges ihnen aber noch am besten, sich gegen die Anfälle ih-rer Feinde zu vertheidigen.

Frankreich aber war den Jesuiten, von dem erstenAugenblicke an, am ungünstigsten. DieBischöfe, dietheologische Facnltüt zu Paris, die Universität, dasParlament, und so gar die Pfarrer und übrigen Geist-lichen,