Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Jesuit. 369

zu Paris vertheidigte, redete eben so heftig gegen dieGesellschaft. Beyde wurden von Dürer, dem Advo-raten der Gesellschaft Jesu, auf eine sehr feine und be-scheidene Art widerleget, und ungeachtet der großenPartie, die sie gegen sich hatte, glückte es ihr diesesMahl doch, den Sieg davon zu tragen, und ihreFeinde und Widersacher mit Schimpf und Schandezu belegen.

Aber diese Freude dauerte nicht lange, und es zogsich bald ein noch heftigeres Ungewitker über ihreHäupter zusammen, dem sie nicht ausweichen konnten,und von welchem sie endlich zu Boden geworfen wur»den. Ein junger Bösewicht von 19 Jahren, Nah-mens Johann Chastel, der Sohn eines reichen Kauf-mannes in Paris, welcher nahe bey dem Thore deSkönigl. PallasteS wohnte, hatte den Entschluß gefaßt,den König zu ermorden. Er fiel ihn an, als er ebenin das Louvre treten wollte, verwundete ihn mit seineissMesser im Gesichte, und schlug ihm zwey Zähne aus.Dieser junge Mensch war in den Schulen der Jesuitenerzogen worden, und bey den Vatern djeser Gesellschaftüberaus beliebt, ob er gleich als ein boshafter, inallen Lasiern und Ausschweifungen geübter Bösewichtbekannt war. Er wurde sogleich auf der Stelle er-griffen ; und als man seine Papiere in seiner AelternHause durchsuchte, fand man einen von ihm selbst ge-schriebenen Aufsah, in welchem er erklärte, von seinenLehrern, den Jesuiten, mehrmahls gehört zu haben,daß es erlaubt und recht sey, einen König, der einbloßer Tyrann, und von dem heil. Stuhle nicht fürKönig erkannt sey, zu todten; und daß dieses die allge-meine und einstimmige Meinung aller Vä'rer wäre,und daß er sich in der Absicht zu diesem Königsmorbeentschlossen habe, weil er hoffte, dadurch die Mit seinenSünden verdiente Höllenstrafe zu mildern.

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