Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Jesuiter-Brod. Iesuiter-THee. 379

Jesu irer-Brod, s. langes Zuckerbrod, .'und Zuckrr-Srrietzel.

Jesuirer-Mütze, eine Art von Buttergebackenen, demman diesen Nahmen gegeben hat, weil es einer Jesu»itermütze mit drey Hörnern fast ähnlich sieht. An ei-nigen Orten wird es auch Talcmüse (*) genannt.Man rollet, vermittelst des Mangelholzes, ein SmckBlätterteig rund und dünn aus, thut in die Mitte des-selben eine Käsefülle, schließt den Teig alsdann obenzu, doch so, daß in der Mitte eine kleine Oeffnungbleibe, und von dem herein geschlagenen Rande glcich-saln drey Hörner formiret werden, und lässet es in demOfen fein gelb backen. Diese Käsefülle kann eine sol-che seyn, dergleichen ich bey dem Käsefladen beschrei-ben werde; oder man reibet zwar frischen, und ganzweißen, aber doch schon ziemlich hart, ohne Salz undKümmel, getrockneten, so genannten Rinuenkäse (Ren-uekäse) auf dem Reibeisen fein und zart, und rührt ihnmit 16 Eyerdottern, 1 Nößel süßer Sahne, Zucker,Zimmet und kleinen Rosinen, nebst etwas feinem Mehle,zusammen. An statt dieser Käsesüllen kann man aucheine Fülle von eingemachten Johannisbeeren, Stachel-Beeren, Hagebutten, Himbeeren, Citronat, CitroneSchalen, Kirsch - oder Pflaum-Mus, u.d.gl. nehmen.

Jesuirer-Pulver, wird die gepülverte Fieber - oderChina-Rinde genannt. Die Ursache dieser Benenn»

^ung, s. Th. VIII, S. 64.

Jesuirer-Rausch, im g. L. ein mäßiger Rausch, einRausch bis zur wohlgeordneten Fröhlichkeit, weil dieJesuiten einen solchen Rausch in ihrer Sittenlehre fürunsündlich erkläret haben; s. oben, S. z;?.

Jesuitcr-Thee, Chenopodium ambrosioides, Cheno-podium ßotrys Linn. ,• s. Trauben-Arauc.

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(*} Dar Wort Talemüse ist insonderheit in Mkissen üblich, undvermuthlich wendische» Ursprunges, von welcher Sprache inMuffen »och mehrere Urberblcibsel vorhanden sind.