Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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384 Jesus.

Einwnrf aber, daß Jesus ohne Schein um daS Haupt zusehen sey, se» von größerer Erheblichkeit; denn dergleichenrvar ein Zeichen der Gottheit, und kam aus dem Heiden»tkume her. Indessen sey nicht zu glauben, daß solches ausVerachtung weggelassen worden, da das Gegentheil ausden Lobsprüchen erhelle, welche auf dieser Münze zu. le-sen sind.

Wagenseil in seinem Comment. über das mischnische* Buch Sota, C. 4. p. 579, hat ebenfalls feine Gedanken vondieser Münze entdeckt. Er hält dafür, daß entweder einin der hebräischen Sprache erfahrner Christ, oder ein bekehr-ter Jude in« Morgenlande, geglaubt habe, es könnte denWallbrüdern nichts angenehmeres seyn, als eine Münzemit dem Bildnisse des Heilandes aus dem heil. Lande mitzurück zu bringen, welches er in seinem Leben bewohnt habe;daher habe er dergleichen Münzen machen, und eine hebr.Aufschrift darauf setzen lassen, damit sie von den un zelehr»ten Leuten desto eher für alt und in Ehren gehalten werdenmöchten. Er stellt ferner die Abzeichnung von zwey solchenPfennigen vor, davon der erste kleiner, als der unfriae, ist«Er hat denselben bey dem churf. pfälzischen Gesandten zuWien, F. P. v. Lohnsdorf, angetroffen.^ Auf dessenerster Seite steht das Bild Jesu im Profil, ohne Beyschrift.Die andere Seite enthält folgende Inschrift in 4 Zeilen:-yr aiNi mn’nbii/D nyj yx-. Diese legt er also aus:Jesus Nazarenns Messias, Deus & Homo limul, d. i. Jesus»ott tTajcceil), der Gesalbte, Gott und Mensch zugleich.Die andere Schaumünze hat ihm selbst gehört, und koinrntmit der unftigcn völlig überein. Er sagt davon, daß derEtampelschneider, aus Unwissenheit der hebräischen Sprache,und in Abwesenheit des Urhebers, ziemliche Fehler sowohlin Züze», als in der Abtheilung der Buchstaben, gemachthabe, daher die darauf stehende Schrift etwas schwer zu le-sen wäre. Nach seiner Meinung lautet dieselbe in derlleber-srtzung also: l>ominus jeiusMellias Rex venit in pace, & ho-ino ex lifiniae sectus elf. Virus feu X eins.

Jo. Reis ke, in feinen exercitstt. histor. de imaginibusJesu Christi, und zwar Exerc. VIII. de imaginibus Christiper numiiimta procutis, 5 U. 6, handelt auch von diesemhebräischen Jesus-Pfennig, und gibt einen Abdruck inKupfer von ei.ier, welche Herzog Anton Ulrich zu Braun«schweig, Woljenbüttkl in seinem Münz - Cabiner gehabt hat.

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