3 «M» 383
Licht ^>on dem Menschen geworden; und die sechste,wrlche"ihm am wahrscheinlichsten dünkt, lautet nach beydenSeiten also: Der Mann Messias, ein Rönig ist kommenin Friede, und das Licht au« dem Menschen ist das Le-ben geworden. Dem ungeachtet verfallt er auch auf dieGedanken, daß ein heimtückischer beschnittener Bösewichtdiese Münze unserm Heilande nicht zu Ehren, sondern zuSchimpf und Schande, verfertiget habe. Denn er stehtdas Aleph auf der ersten Seite für ein mit Fleiß verkehrteslateinisches großes n an, als den Anfangsbuchstaben vondem Worte Numraus, und das Wort w hält er auch, wieBa. toloccius, für die abgekürzte Vermaledeyung, und bewei-set dieselbe aus Buxtorf's rr. dc abbrev. ebr. p. 102, undLex. talmud p. 992.
Ein geschickter und in jüdischen Alterthümern wohl er-fahrner Rabbiner, welchen Hr. Pros. Köhler ersuchte,ihn wegen dieser hebräischen Jesus-Münze zu belehren, hältdieselbe weder für eine abergläubische, noch für eine jüdischeLäster-Münze, sondern glaubt, dieselbe sey in Italien, dadie Medaillen-Kunst wieder lebendig worden, auf Angebeneines rechtschaffenen Verehrers und Liebhabers unsers Hei-landes. u>d vielleicht gar des Johann Pico, Fürsten vonMirandola, verfertiget worden; ihr Altervon selbigerZeit bezeuge der Guß; die hebräischen Buchstaben hättenauch eine solche alte Gestalt und Unform, die sich auf sel-bige Zeit schickt. Die Buchstaben auf der ersten Seite W’Nliefet er: Herr Jesu! das Ain habe der enge Raum nichtgelitten beyzusetzen; die Juden verständen kein Lateinisch,und also wüßten sie nicht, was Numnu-s heißt; das Alephhabe seine rechte Form, und könne für kein verkehrtes^ an-gesehen werden; und warun« sey denn auch die andere Seitenicht mit zwcydeutigen Lästerungen angefüllt V Von demvon den Juden vergeblich noch gehofften Messias könne derLobspruch nicht verstanden werden. Daß man die Buchsta-ben dem Bildnisse Jesu gerade vor die Nase gesetzt habe,sey für keine Bcschinipfung z» halten; man habe sie müssenhinsetzen, wo es der Raum und die Beobachtung der Sym-metrie verstattet. Daß auch der Heiland nicht zur Rechten,sondern zur Linken, sieht, welches Seyfried auch fürein Kennzeichen der Verspottung ansieht, sey vielmehr einKennzeichen des Alterthumes, indem die meisten italiän-ischen Medaillen das Gesicht also gekehrt voriieüen. Der
Ein-