Jesus. 399
St. Maria in Campitelli, und ihr Gewissensführerwar, einen thätigen Freund und Beschützer. Da erihren Eifer, etwas Gutes zu stiften, sahe, so brachteer es durch seine Empfehlung und Vorspräche dahin,daß dieses Institut von dem apostolischen Stuhle ge»billiget und mit öffentlichen Freyheitsbriefen begünsti-get wurde. Er beredete die Stifterinn, sich nebst denübrigen Mädchen gänzlich dem Dienste Gottes unddes Nächsten zu widmen, und suchte aus vier undzwanzigen, die ihrer damahls waren, zwölf der eifrig-sten aus, welche alles, was sie hatten, zusammen inGemeinschaft legten, ohne die geringste Absicht aufihren besondern Nutzen, und welche sich vornahmen,die Keuschheit, die Armuth und den Gehorsam künftigzu ihrem einzigen unverbrüchlichen Gesetze zu machen.Gleichwohl verbanden sie sich durch kein Gelübde dazu,sondern begnügten sich nur mit der feyerlichenAngelob-ung, bis an den Tod ihrem Versprechen getreu zu blei-Len. Dieses geschah d. 2 Iul. 167z, an dem vonder Kirche geheiligten Tage, Mariä Heimsuchung.
Die Anzahl dieser Mädchen soll nur aus zz beste.-hen, zur Ehre der 33 Jahre, die Christus auf Erdengelebt hat. Nach 3 Prüfungsjahren, und wenn sie2i Jahre alt sind, thun sie öffentlich die gedachte feyer«liche Angelobung. Inzwischen sind sie nicht verbunrden, bis an ihren Tod in dieser Gesellschaft zu bleiben,sondern sie können entweder heurathen, oder in einenOrden treten; in welchem Falle sie aber alles dasjenige,was sie mit zur Gesellschaft gebracht haben, zurück las-sen müssen.
Es ist bey ihnen alles gemein, und keine hat etwasEigenes. Sie führen ein sehr eingezogenes Leben,und gehen selten aus. Nur an gewissen Tagen befu-chen sie alle zusammen einige Kirchen. An den Fast-Tagen, alle Freytage, alle Sonn - und Fest-Tage,und die ganze Fastenzeit über, reden sie mit keinem
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