Iez. Jezide. 415
ehemahls weit größer, als jeßt, indem hohe Wasser»Fluthen und Stürme mehr als die Hälfte davon weg-genommen haben; doch ist sie dlirch gute Anstalt undgemachte Damme nicht wenig wieder angewachsen,und trägt fettes Gras. Den Seefahrenden, welchesich bey gefährlichen Stürmen hieher begeben, zumBesten, ist auf der nördlichen Seile eine Fenerbake er<richtet, von welcher das Steinkohlenfeuer an die vier?tehalb Meilen aus der See erblicket wird. Der Einewohuer beste Nahrung besteht in der Schifffahrt undFifcherey.
Iever, L. Jeveria, die einzige Stadt im Lande,und der Hauprort der Herrschaft, ist nicht groß, hataber Wall und Graben. Die fürstliche Regierungs.'Kanzelley, die Kammer, das Consistorium, und dasLandgericht, haben in dieser Stadt ihren Sitz, dochkann man auch nach Zerbst appelliren. Uebrigens liegtsie in dem Theile der Herrschaft, welcher Ostringenheißt, und zwo Vogteyen begreift. Sie ist mit einemfruchtbaren fetten Lande umgeben.
Iez, (das) ein in einigen Gegenden Oberdeutfchlandes,z. B. in Augsburg, übliches Maß flüssiger Dinge,welches 2 Muids, oder 12 Befons, oder 46 Maßhält. Acht Ieze machen daselbst ein Fuder.
Iezide. Dieses in den Reifebeschreibungen öfters vor.'kommende Wort bedeutet bey den Türken einen Keßer,oder überhaupt einen gottlosen Menschen, (weil ein ge.'wisser Emir, welcher Jezide ge&etffen, die beydenSöhne des Ali, nähmlich den Hasan und Hussein, errmordet hatte). Einige aber sprechen von denIezidenals von einem besondern Volke, welches eine von dertürkischen und persischen unterschiedene Sprache habe,und in schwarze und weiße Jeziden eingetheilt sey.Die schwarzen Jeziden, heißt es, sind Fakirs oderheilige Mönche, welche lange Barte tragen, in Hüttenleben, öfters nach Arabien ziehen, und in ihren Reli-
gious-