Igel. 423
Hühyernester der Eyer beraubet. Man hat ihn auch,aber mit Unrecht, beschuldigt, daß er die Eurer derKühe aussauge; die Kleinheit seines Maules zeigtschon die Unmöglichkeit dieser Beschuldigung. Erfrißt auch Rahen und Mäuse, wenn er sie haben kann,weshalb er mit unter die Raubthiere gerechnet, auchin den Häusern, insonderheit auf den Kornböden undin den Scheuern, an statt der Kaßen gehalten wird.Bey den Kalmücken ist er eben deswegen ein Haus-Thier, und vertritt die Stelle der Kaßen. Lässet manihn in den Zimmern herum laufen, so reiniget er die-selben von Spinnen, Ameisen, Weberknechten und an-derm Ungeziefer. In Senegambien beschäftigt er sichHäufig mit der Jagd der Kackerlacken, und erzeigthierdurch den dortigen Einwohnern einen großen Ge-fallen. In der Ukraine, wo er ebenfalls unter dieHausthiere gehört, vermindert er die Kröten. DenWinter bringt er größten Theils mit Schlafen, odervielmehr in einer Erstarrung, zu. Sein Blut istkalt, fast so wie in andern Thieren, welche den Winterüber schlafen.
Der Igel gehört unter die Raubthiere, und mußdaher getilget werden. Viele Jäger, und andere, dienicht vom Metier sind, geben dem Igel einen Frey-Paß, weil sie ihn nur für einen den Mäusen gefährli-chen Feind, aber für kein Raubthier halten; wennman aber erwäget, daß jedes fleischfressende Thier einRaubthier ist, und, wenn es Mäuse frißt, auch an-dere Thiere zu seiner Nahrung nimmt, so wird man,den Igel unter die Raubthiere zu rechnen, kein Be-denken tragen dürfen. Man setze nur, um sich hier-von zu überzeugen, einen Vogel mit abgeschnittenenFlügeln nebst einem Igel in eine Kammer, so wirdman finden, daß er sich desselben eben sowohl, wie einjedes anderes Raubthier, zu seiner Nahrung bemächt-igen wird. Es ist auch gewiß, daß er den jungenDd 4 Repp-