424 Igel.
Rebhühnern, und allem auf der Erde ausgebrütetenGeflügel gefährlich ist. Man wird also wohl thun,ihm sorgfältig nachzustellen, und in dieser Absicht deSAbends und Morgens die Dornbüsche mit einemDachshunde durchsuchen zu lassen, da er leicht gefnn-den und von ihm verbellet wird. Nicht nur die Dachseaber, sondern alle Hunde suchen und verbellen diese-Thier sehr eifrig; und wenn sie erst merken, daß manihnen hierin beysteht, und Igel vor ihnen todt gemachthat, werden sie solche nicht leicht übergehen. Wollteman ihn allenfalls zum Wegfangen der Rahen undMäuse gebrauchen, so kann man ihn sehr leicht fan-gen, da er einen nicht aufferordentlich geschwindenGang hat, und, so bald man ihn nur berührt, liegenbleibt.
Wenn man einen Igel abzieht, sieht er gemeinig-lich feit aus, wie ein junges Schwein. Das Fleisch,welches zwar fett, aber von schlechtem Geschmacke,hart und unverdaulich ist, wird doch von einigen ge-meinen Leuten gegessen. Im Sommer, wenn derIgel sich mit Obst gemästet hat, ist es noch am besten.Seiner Haut mit den Stacheln, wovon man jeht kei-nen Gebrauch rnachet, bediente man sich ehemahls statteiner Hechel oder Bürste, den Hanf zu hecheln.
Vormahls gebrauchte man den ganzen zu Asche ge-brannten oder gekochten Igel, und allerley Theile des-selben, insonderheit die Leber, die Galle, die Milz,das Bltlt, das Schmalz, den Koth, und das innereHäutchen des Magens, in allerley Zufällen, als Ar»zeney; jetzt ist man aber längst davon abgekommen.
Nach der Meinung der alten Aerzte, ist der Igel, wen»man ihn ganz zu Asche brennt, oder kochet, und davonin einem Tränke einnimmt, denen die den Urin nicht hallenkönnen, wie auch denen, die einen schwachen Magen haben,gut, öffnet zugleich den Leib, und treibt den Urin. Wenndie Asche mit Bärenschmalz oder Honig vermischet, eineSalbe daraus gemacher, uns äusserlich «ufgestrichen wird,