Illuminireri. 447
genöthigt sey, den Strich zu überfahren, und dadurchdas Zarte und Feine wieder zu verlieren. Zu demGebrauche selbst spitzet man denBlcystifr sowohl läng-lich, als rund. Wahrendem Gebrauche dreht manihu immer unvermerkt herum, damit er sich nach undnach gleichsam selbst zuspitze, und man, so oft es nöthigist, einen feinen Strich damit verfertigen könne.Kommen bey der Zeichnung Linien oder Striche vor,welche man stärker und dunkler ausdrucken will, sofeuchtet man die äusserste Spitze nur ein wenig auf derZunge au. Mau muß sich zugleich gewöhnen, denBleystift, so wie den Pinsel, lang hervor ragend inder Hand zu führen, damit mau die Flüchtigkeit derFaust nicht verliere, welches gar leicht geschieht, wennman ihn zu kurz anfaßt. Auch muß mau sich gewöh-nen, denselben mit einer stäteu, oder festen und unbe-weglichen Faust zu halten, damit man keine Linie oderkeinen Strich mache, welcher der Genauigkeit nach-theilig ist, welches sich gar bald zutragen kaun, wennman ihn nur obenhin in die Hand nimmt. Da manaber, wenn man es auch noch so weit in der Kunst zuzeichnen gebracht hat, doch noch bisweilen eine Linieoder einen Strich macht, welcher entweder wirklichfalsch ist, oder den man gern andern möchte, so mußman auch dergleichen Linien oder Striche wieder weg-zuwischen wissen. Am besten bedient man sich hierzueines Stückchens vom elastischen oder Feder - Harz,(s. Th. XXii, S. 72, fgg.) oder, in dessen Erman-gelung, der Krume einer frisch gebackenen Sernmel.Man fährt damit geschwinde über den wegzuwischen-den Strich hin und her, doch ohne sonderlich stark auf-zudrücken. Noch ein Vortheil ist bey der Zeichnung,welche bloß mit dem Bleystifte geschieht, zu bemerken,damit mau die Schärfe der Spitze länger erhalte.Man nimmt das Abgeschabte von dem Bleystifte, wel-ches, wenn man denselben zuspitzt, abgeht, und thut
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