526 Jncrustat.
können. Man findet in Cabineten Stücke, die äusser-lich wie ein Bret von Tannenholz aussehen; man siehtdie Holzadern, die länglichen Fibern, die Aefte, undso gar die von der Sage gemachten Züge daran; undwenn man sie zerbricht, so findet man, baß Liese Stei-ne schichtenweisr immer eine über die andere gebildetsind. Guettarv aber behauptete, baß diese vernreinteversteinerte Tannenbreter nichts anders seyn, als stei-nerne Rinden, die sich sehr genau auf den Breternvon diesem Baume, deren man sich bedient, das Was-ser auf Mühlen zu leiten, gebrldet haben. Das Se-diment, welches diese Steine macht, bildet sich sehr ge-nau auf den Bretern, auf welche das Wasser geleitetwird, und bildet auf der Seite, mit welcher das Se-diment sich auf dem Brete anlegt, alles sehr genau ab,und so, wie es sich nach und nach anseht, formiret esSchichten, welche leistet kriegen können. “ Die Sacheist richtig, und dergleichen steinerne Breter werdenvom Tophsteine noch an mehrern Orten, z. B. zuKößnitz bey Naumburg an der Saale, gemacht. Al-lein, solche Beyspiele gehören, nach dem Begriffe,den man sich von Jncrustaten macht, eigentlich nichtdarunter; denn ein Jncrustat muß keinen Abdruck ei-nes fremden Körpers darstellen, sondern den Körperüberzogen haben. Wollte man aber ja, um diesenBretern einen eigenen Nahmen zu geben, den Begriffeines Incrustates ein wenig weitläuftiger nehmen, somüßte man sie Incrustaren- Abdrücke nennen, umsie dadurch von den wahren Abdrücken zu unterscheiden.Indessen ist mit diesem allen die Frage, wie man einJncrustat von einer wahren Versteinerung unterschei-den könne, noch nicht entschieden. Ich habe sie aberschon vorher beantwortet. Jncrustate kann man sichals Körper vorstellen, welche nur durch einen Zufallzusammen gerathen sind, die sich in ihrem Wesen riichtinnigst vereinigen, die folglich auch wieder von .einan-der