Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
Seite
589
JPEG-Download
 

Jndig. 589

oder des Violetten, nicht auf die Art der Pflanze,(weil der unechte sowohl als der französische Anil balddas Blau oder das Violette, bald die taubenhälsigeoder die kupfercothe Farbe geben,) sondern bloß auf ge,wisse Umstände, welche leichter zu errathen, als genauzu bestimmen sind, ankommt; wohin man unter an-dern die Beschaffenheit des Bodens, das Schneidendes Krautes vor seiner Reife, die Unvollkommenheitder Gährung und des Schlagens, rechnet; Einigefügen auch noch die Raupe hinzu, welche den Anil be-naget, und mit dem Kraute in den Trog kommt.Es scheint indessen, daß die mehr oder weniger starkeFettigkeit der Blätter, und die Art ihren Saft zu trock-nen, zu der Leichtigkeit und Schönheit dieser Materienviel beytragen müsse. Man kann so gar vermuthen,daß die Quantität und Beschaffenheit des Oehles,welches in den Trog gesprenget wird, einigen Antheildaran habe. Uebrigens ist die Bereitung des franzö-sischen Jndigs leicht, der Erfolg seiner Pflanzung abersehr mißlich. Sein zarter und feiner Stängel ist,wenn er hervor kommt, vielen Zufällen unterworfen.Der Wind, der Regen, die Sonne, alles vereinigtsich zu seiner Zerstörung. Der Boden selbst, wo erwächst, scheint ihm seinen Beystand zu versagen.Wenn der Boden nur ein wenig ausgezehrt ist, merktman es an seinem Stocke, und er bringt nur schwacheStängel hervor, welche sogleich wieder vergehen.Eine der Hauptursachen seines Unterganges in dem er,sten Monathe, ist der Brand/ dem er linterworfen ist,wenn nach einem Regenschauer die Sonne plötzlich ihreStrahlen auf die Erde schießt. Sie erhitzt das Was-ser, welches noch nicht genug hinein gedrungen ist,dermaßen, daß diese junge und schwache Pflanze, wel-che an ihren Wurzeln ausserordentlich empfindlich ist,sich niederlegt, und wie verbranntes Gras verwelkt.Der Anil wird auch während dieser Zeit von einem

In-