Indig. 651
muß jetzt doppelt so viel ansehen, als sonst, wenn maudie nähmlichen Wirknnge» hab en will. Die übel an.gebrachte Sparsamkeit einiger Besitzer der Indigosrien, in Ansehung der Zurichtung und der Arbeiter,hat unstreitig viel Schuld an dieser auffallenden Ver-änderung, welche fast jedes Jahr zunimmt. Aberauch die uneigennützigsten Eigenthümer von Jndigote»rien fangen an, sich darüber zu beschweren, daß ihreArbeiten weit schlechter belohnet werden als jemahls;daß die rohen Jndigpflanzen ärmer an Farbekheilchenzu seyn, und weniger von den gährenden Theilchen,die zur Absonderung des Jndigs st) geschickt sind, zubesitzen schienen; ja es geschieht oft, daß ganze Hau-fen sich gar nicht scheiden lassen. Diese letzten Zufallehaben ohne Zweifel ihren Grund in Ursachen, welcheeher, als alle Bearbeitungen des Jndigs, vorhandensind.
DerIndig, so wie alle andere vegetabilische Produ-kte der neue»Welt,war wahrscheinlicherWeise bey seinerEntdeckung nur in geringer Quantität vorhanden, undhin und wieder zerstreuet, wie es immer die freywilli-geu Producte eines jeden Bodens zu seyn psiegen; derkostbare Theil, den man gleich für die Färberey darauszog, machte das Land bald zu einem beträchtlichen Ge-genstände der Bearbeitung und der Cultur. Diefefrisch aufgerissene Felder, welche vorher noch mit Holzbewachsen waren, hatten anfangs einen sehr starkenTrieb; die Bearbeitung war beynahe überflüssig.Damahls zogen die Eigenthümer der Indig-Plantagenunermeßliche Einkünfte aus ihren Besitzungen, undder Indig, welcher damahls verführt wurde, hattedie größte Vollkommenheit. Bald darauf mußtendie mit Wäldern bedeckten Felder, welche durch ihrjetziges Produkt nicht mehr vor der Sonnenhitze ge-schähet wurden, schon dadurch vieles von ihrem Safteund ihrer Kraft verlieren. Ohne Unterlaß durchwühlt,
um