682 Jndostan.
Dir Einwohner sind von Olivenfarbe, und ha-ben schwarze glatte Haare. Zum Reiten und Fahrenbedienen sie sich mehrentheils der Ochsen, welche ebenso schnell laufen, als unsere Pferde. Die Hinduer,als die alten Einwohner, sind am zahlreichsten. De-ren 4 Stamme sind: i. Brahmanen, d. i. Gesehge«ber oder Priester. 2. Die Rajahen, d. i. Kriegsleuteoder Adelige, z. Banyanen oder Schurteris, d. i.Kauf- und Handelsleute, und 4. die Wisen, d. i. dasgemeine Volk. Die Brahmanen oderBraminen undSchutteris glauben die Seelenwanderung, und essendaher kein Fleisch, sondern Gewächse, Milchspeise,Fruchte und süße Speisen. Sie können nicht leiden,daß einem Thiere oder Wurme etwas zu Leide geschieht,daher sie zuAmadabat ein großes Hospital für Kühe,Pferde, Ziegen, Hunde, lind andere kranke Creatu-ren, haben. Insgemein verbrennen die Hinduer ihreTodten, und die hinterlassenen Weiber lassen sich zu»gleich mit den verstorbenen Männern lebendig verbren-nen. Bon den Heurath- und Hochzeit-Gebräuchenin Jndostan, s. Tb. xXi 1 *, S. 368.
Die Sprache ist mit der persischen und arabischenverwaist. Indessen wird die persische bey Hofe, unddie arabische unter den Gelehrten gesprochen.
Die Religion der Moguln, Awganen und Padta-nen, ist die muhamedanische, von der Secce Sonni,welcher die Türken zugethan sind. Die Hinduer oderIndianer und Parsi, sind Heiden. Ihr Gesetzbuchoder göttliche Offenbarung heißt vedam, von 4 Bü-chern, welche mir den ; Büchern Mosis eine fast ähn-liche Einrichtung haben. Sie halten den Fluß Gan-ges heilig; daher sie die vornehmsten Tempel (Pago,den) an denselben gebauet haben, und im Flusse sichöfters reinigen. Christen sind hin und wieder. DieMönche der mongolischen Muhamedaner sind entwe-der Derwische oder Fakiren. Letztere sind Beltelmön-