Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
Seite
686
JPEG-Download
 

686 Jndostan.

„lich «nd fruchtbar es auch seyn mag, erhält zwar,„bereits erwähnter Maßen, von einigen andern eurer„päischen und asiatischen Nationen allerley Sachen„und Bedürfnisse, gemeiniglich aber nehmen die„Handwerksleute gegen alle diese Sachen andereWaar„ reu, womit sie ihre ausgeleerte Schiffe wieder bela-„ den. Also findet der größte Theil des Goldes und„Silbers in der Welt tausend Wege und Canäle, wo-„ durch es in das Reich deS großen Mogols fließen„ kann, hat aber wenig Wege, wieder aus demselben„zu kommen." Da Bernier das Laster so vieler Rei,sebeschreiber nicht an sich hat, und die Vortheile desmogolischen Reiches, wo er sich ziemlich lange^aufge«halten hat, nicht vergrößert, so darf man eben nichtglauben , daß er hierunter zu viel gesagt habe. We-nigsiens ist dieses gewiß, daß die Menge gemünztenund ungemünzten Goldes und Silbers, welche jährlichaus fremden Ländern nach Jndostan geht, erstaunlichgroß ist, und daß sehr wenig wieder heraus kommt.Um sich von der Handlung nach Jndostan einen voll-ständigern Begriff machen zn können, werde ich einigedie Handlung von Guzarate, Cambaya, Surate,Daman und Diu, betreffende Nachrichten hier an-führen.

Guzurare, (Guzerat, Gucscherar, Guserara,Gusurare,) die Halbinsel zwischen Malabar und demFlusse Indus, ist seit 1565 eine Provinz des mogolischenReiches, und das angenehmste Königreich in Jndostan.JhreEinwohner werden für die geschicktesten Kaufleu-te von Indien gehalten. Dieses Land ist durch dieHandlung dermaßen in Aufnehmen gekommen, daß eSüber zo herrliche Handelsstädte hat. Es ist auch,unter allen Königreichen in Jndostan, keines, welchesansehnlichere Seehasen hätte, und wo größere Handl-ung getrieben würde, als in Guzurate. Es ist ftistganz mit der See umgeben, indem es eine Halbinsel