Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
Seite
704
JPEG-Download
 

704 Jndostan.

Das Lllenmafi, dessen man sich in diesem Reichebedient, ist verschieden; an einigen Orten ist es der (£0*bido, und dessen Verkleinerung, der Torssot, an an-dern hingegen der Cando. Das Gewicht, welchesman in ganz Jndostan gebraucht, ist der Mein, unddie Seere, die man auch Seer nennet; ingleichem dasgroße und klemeBahar, Tael und Cati; stauch oben,S. 697.

Man betrachtet den ungeheuernErdraum, welcherden Nahmen I"dssta!' fuhrt, wo so viele europäischeNationen Factorenen, Colonien, ja selbst große Pro-vinzen besitzen, gemeiniglich als dem großen Mogolunterwürfig; indessen geschah es nicht eher, als unterder Regierung Auvei gzeb's, daß der größte Theil dieserHalbinsel die Oberherrschaft des Delhischen Hofes er-kannte. Der Einkünfte der indischen und mohrischenFürsten, die er sich unterwarf, haben sich seither dieUnter - oder Vice- Könige bemächtigt, welche man er-nannt hatte sie zu verwalten. Die Staaten, welcheder Mogol besitzt, machen nicht mehr als den dritten,und am wenigsten geschätzten Theil dieses weitläuftigenReiches aus. Bengalen, die kleinste, aber fruchtbar-ste Provinz, wird von einem Vice-Könige regiert.Die andere Abtheilung heißt Deckan, und erstreckt sichvon Balasore und Iagonaut, bis zum VorgebirgeComorin; Liese wird ebenfalls durch einen Vice-Kö-nig beherrscht, dessen Macht ausserordentlich ist, undsich über große Provinzen erstreckt, in welchen er 7Nadobs, Gubadars, Statthalter oder Gouverneursernennt. In allen Theilen von Indien sind noch großeDistrikte, welche, nebst der Religion der Gentoos (*),auch die alte Regierungsform der indischen Königeoder Rajas beybehalten haben; als: Maissere, worin

Se-

(*j Demos«, rfar Gomivm, heissen die alten Ureinwohner inIndien, welche in gewisse Haupt-Familien oder Lasten einge-theilt sind, wovon iede ihre besriminte Lebensart hak.