Klima.
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etwas sehr gewöhnliches, und vermuthlich eine Folgedes Leichtsinnes. Jeder Gegenstand macht auf ihrereitzbare Sinne einen Eindruck, welcher aber schnellvorüber geht, und immerfort neuen Eindrücken Platzmacht. Diese Folge von Empfindungen schmeicheltihrer Trägheit, und hilft ihnen die Zeit verkürzen, wel-che sie zu nützlichen und thätigen Beschäftigungen anzu-wenden weder Kraft noch Fähigkeit besitzen.
Ein anderer kennbarer Zug in dem Character derBewohner heißer Erdstriche, ist Zaghaftigkeit oderFurchtsamkeit. Man muß dieselbe zwar nicht ganz,aber doch zum Theil ihrer Empfindlichkeit zuschreiben.Hierzu kommen noch andere Ursachen, z. B. die häuf-ige Ausdunstung, welche den Körper sehr schwächt,und, wenn sie zu sehr zunimmt, aller seiner Munter-keit und Thätigkeit beraubt. Diese Entkräftung rnfftnatürlich auch die Seele; alle ihre Neigungen verhaltensich bloß leidend, und sind von äusser« Umständen ab-hängig. Da ist kein Trieb zu kühnen Unternehmt«,-gen, kein Bestreben nach Ruhm, kein Verlangen nachVollkommenheiten. Das Gefühl der Schwäche un-terdrückt jede Austrängung des Körpers und der Seeledurch das Bewußtseyn der Unfähigkeit zu denselben;und dieses mit der vorhin erwähnten EmpfindlichkeitVerbunden, erzeugt jene Feigheit, welche man bey denBewohnern heißer Erdstriche immer findet.
Die Zaghaftigkeit der orientalischen Völker ist et-was bekanntes. Hundert Europäer, sagt Tavernier,würden ohne Mühe tausend Indianer in die Flucht schla»gen. So erzählt auch Lenophon, daß die Mater zuseiner Zeit nicht anders, als neben griechischen Hülfsvöl-kern hatten fechten wollen. Selost die in Indien gebornmAbkömmlinge der Europäer, verlieren den Muth, welcherdie Einwohner ihres Vaterlandes auszeichnet. Liviusbemerkt hierüber, daß von den Menschen eben dasjenigegelte, was man bey Thieren und Pflanzen beobachtet; daßdie eigenthümliche Natur der Art nicht so viel zur Erhalt-Ff 5 «ng