Klima.
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isi bk Seele des guten Geschmackes, aber es darf nichtüberspannt seyn, weil sich ohne Festigkeit des Verstau-des und der Urtheils s Kraft, welche uns in der Aus-wahl des Vortrefflichen leiten, und unsern Empfind-ungen eine gewisse Gleichförmigkeit und Beständigkeitgeben soll, kein guter Geschmack denken lässet. Ueber-maß der Empfindungen ist fast nie mit reifer Urtheils-Kraft gepart; und daher kommt es, daß die morgen-ländischen Dichter bey allem Reichthrnne an Bildern,bey aller Schönheit des Ausdruckes, Loch durch ihregränzenlose Neigung zum Wunderbaren und durch ihreUnbeständigkeit erneu großen Theil des Ruhmes ver-scherzen, auf den sie sonst gegründete Ansprüche ma-chen könnten. Auch ist der in heißen Gegenden allge-meine Hang zur Trägheit, der Correctheit ihrer Schil-derungen nachtheilig; und wenn gleich allzu mühsamerFleiß und Pünctlichkeit mehr zu Unterdrückung als zuAnfeuerung des Genies dient, so ist dieser Fehler dochallezeit noch der ausschweifenden Regellosigkeit vorzu-ziehen, welche man in den morgenlqndischen Kunst-Werken wahrnimmt. Endlich ist auch die despotischeRegierungs - Form dieser Länder, weit entfernt dieWissenschaften aufzumuntern, vielmehr ihrer Ausbild-ung und den Aeusserungen des Genies hinderlich. DieNeigung der Morgenländer zum Glänzenden undPrächtigen zeigt sich überall. An ihren Gebäuden,an ihren Kleidungen, u. s. w. sind die kostbarsten undsichimmerndsten Verzierungen, aber ohne sonderlichenGeschmack in der Anordnung, verschwendet.
In den ernsthaftem Wissenschaften ist jene Ueber-legenheit der Einwohner gemäßigter Erdstriche nochsichtbarer. Historie, Geographie, Chronologie k.sind daselbst mit dem besten Erfolge getrieben worden.Zwar hat man den mechanischen Theil der Historie(wenn ich mich so ausdrücken darf) in den nordischenLändern fleißig bearbeitet; ich habe aber auch schon
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