Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
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Klostrr. 71 1

che haufenweise zu haben waren, hielten sich die Mön-che, und nach Einführung des Cölibares auch andereClerici über ihr gethanes Gelübde der Keufchheit ge-meiniglich schadlos, und wählten sich solche Laien-Schwestern zu ihrer Unterhaltung; und diese sahen dieseWahl nicht nur für einen heilige» Beruf an, sondernhielten es auch für unsündlich, ja so gar für verdienst-lich, mit Clericis vertraulich umzugehen ; und so lebteder Bruder Clericus mit der Schwester Agapeta ganzeingezogen. In einer solchen süßen Einsamkeit konntennun die Herren Anachoreten und Mönche das harte Ge-setz des CölibaleS gar leicht verschmerzen. Hätte manihnen die eingebildeten verdienstlichen Verbindungen aufihren eigenen Kragen ungekränkt gelassen, so wäre dasSündliche eines solchen Umganges in der Wüste undEinsamkeit zwischen Bruder und Schwester vergrabengeblieben. Da ihnen aber durch die canonischen Gese-tze dieses Surrogat der Keuschheit abgenommen wurde,so mußten sie freylich die Strenge des Cölibat- Gesetzesmit vollem Gewichte fühlen. Sie fingen daher an,sich näher an die Städte und Dörfer zu machen, er-schienen immer mehr öffentlich, und suchten ihre Ab-kühlung ausser ihren Wohnungen auf Unkosten des Ehe-Standes auf eine noch weniger befchtverliche Art; unddieses war ihnen desto leichter, da sie zugleich sich aufihre Macht beriefen, daß sie eben diese Sünde vergebenkönnteit, tvenn sie nur ihnen selbst gebeichtet würde.

Im 4ten Jahrh, kam diese agapetifche Lebensartauch in den Abendländern zum Vorschein. Es entstan-den hieraus gar bald entweder menschliche Vermehrun-gen, oder sehr oft Abtreibungen und andere große Sün-den; und es war ein allgemeines Sprichwort: Lotuscura sola non praesumitur orare Pater nofter. Mansahe gar bald ein, daß es wieder alle Regeln des Wohl-standes und der Ehrbarkeit laufe, wenn man Jmig-frauen und Witwen einzeln, cder auch parweise, in Fel-

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