Kloster. 721
allgemeine Wohlfahrt zu erhalten, zu befestigen und zubefördern. Ein Mensch, der zu diesem wesentlichenZiele nichts beyträgt, der vielmehr demselben geradeeutgegen arbeitet, ist ein unverschämter Mitesser, deram Marke und Gebeine einzeler Familien naget; einUnkraut, welches nützlichen Pflanzen den NahrungsrSaft raubt; eine drückende unnütze Last der Erde.Welcher gute Hausvater wird ein so unnützes Mitgliednicht ganz und gar von der übrigen Gesellschaft abschnei-den? Wenn sich aber ganze Versammlungen, mehre-re Tausende solcher unnützen Mitesser in einem Statebesinden — wenn diese noch dazu in ihrein Müßiggängeprivilegirt sind - wenn man so gar noch in unserm phi-losophischen Jahrhundert, da man die Grundfesten derbürgerlichen Wohlfahrt besser als je kennt, und daweise und gütige Fürsten mehr als jemahls das Wohlihrer Untergebenen vor Augen haben, wenn man sie danoch nicht nur duldet, sondern so gar hier und daals das größte Heiligthum eines ganz besondern Schu-hes würdigt — wenn diese ansehnliche Classe von Men-schen nicht nur zu den Lasten des States gar nichts bey-trägt, sondern auch alle und noch größere bürgerlicheVortheile als einzele Glieder genießt muß da nichtjeder rechtschaffene, edel gesinnte Patriot wünschen, daßFürsten diese unnütze, todte Glieder, diesen schädlicheneinen besondern Skat im State bildenden Stand aus-rotten möchten!
Darf ich aber wohl Vergebung hoffen, wenn ichden ehrwürdigen Stand von Menschen unnütz nenne,die sich dem Dienste der Religion auf die vollkommen«sie Art geweihet haben, welche, um die züchtigendeRuthe Gottes von uns abzuwenden, bethen, fasten>ihren Leib kasteyen, durch tausend gute Werke die Schatz-Kammer der Verdienste Christi eröffnen, und die from-men, andächtigen Seelen der übrigen Menschen durchdie Vereinigung ihrer guten Meinung mit der ihrigen,Oek.Enc.Xl.LH. Zz und