Archipel der heiligen Geist-Lander. 327
haben ein männliches, offnes, gutherziges Ansetzn; dochffndet man freilich hier so gut, als unter jedem anderenDolk, einzelne Physiognomien, die aichtviel Gutes vermu-then bisse». Die Farbe ihres Haares ist schwarz, bei man-che» auch braun oder gelblich an den Spitzen. ES wächstwie ihr Bart, sehr dick, straubigt und ist meistentheilskraus, hat auch zuweilen etwas Wollartiges an sich. DieHaut an sich ist, wie bei den Negern, sehr sanft anzu,fühlen.
Trotz ihrer völligen Nacktheit, tragen sie, nach demallgemeinen Hang des menschlichen Geschlechts, mancherleiZierathen. Das Seltsamste ist ihre Frisur. Diese bestehtaus lauter kleinen Zvpfchen, die kaum so dick, als dieSpule einer Taubenfeder, und statt eines Bandes, mitdem zähen Stängel einer Glockenwinde dergestalt bewickeltsind, daß am unteren Ende nur ein kleines Büschchen her-vorragt. Wer einigermaascn starkes Haar hat, muß we-nigstens etliche Hundert solcher kleinen steife» Zöpfchen amKopfe hoben, und da diese meistentheils nur 3 bis 4 Zolllang sind, so pflegen sie wie die Borsten eines 'Stachel-schweins, gemeiniglich aufrecht und auseinander zu stehn.Ist das Haar etwas länger, so fallen die Zvpfchen anbeiden Seilen des Kopfs gerade herunter, und dann sehendie Leute aus wie die Flußgötter, mit ihrem von Nässetricfcudcn Binsenhaar. Einige, besonders diejenigen, diewoiligtcs Haar haben, lassen es entweder, so wie es vonNatur gewachsen ist, oder sie binden es mittelst eines zä-hen Blattes, auf dem Scheitel in einen Schopfzusammen,Fast durchgehends tragen sie ein Rohr oder ein dünnesStöckchen, etwa neun Zoll lang in den Haaren, nm sichvon Zeit zu Zeit vor dem Ungeziefer Ruhe zu schaffen,welches auf ihren Köpfen in großer Anzahl vorhandenist. Sie stecken auch wohl einen kleinen Rohrstqb, mitHahnen, oder Eulenfedern ausgczierl ins Haar.