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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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335
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Archipel der heiligen Geist-Lander. 335

Gelegenheit sich von ihrem Muthe und von ihrer Uner«schrockenheit zu überzeugen.

Auch üben sie sich von Jugend auf in'den Waffen.Die Knaben wissen bereits nicht nur mit der Schleu-der, sondern auch mit den Wurfspießen sehr gut umzugchn.Statt des letztem nehmen sieein grünes Rohr, oder auchnur einen etwas starken Grashalm, und, fo unsicher mit bei-den derWurfauch seyn mag, indemBcides durch den gering-sten Hauch vomWindeaus feiner Richtung gebracht werdenkann; so wußten sie doch dem Wurfe so viel Schnellkraftmitzutheilen, daß jene so leichten und biegsamen Körperunverrückt auf das Ziel trafen und bisweilen einen Zolltief in das Holz eindrangen. DaSSonderbarste dabei war,daß sie diese Rohr - oder Schilfstangel mit keinem Fingeranrührten, sondern sie zwischen dem Daumen und Zeigefin-ger bloß invGlcichgewicht hinlegten, und dann so schwebendabwarfen. Knaben von fünf bis sechs Jahren übten sichschonauf diese Art, um eines Tages ihreWaffen mit Fer-tigkeit und Nachdruck führen zu können.

So sehr ihre Kriege beitragen mögen die Barbarei un-ter dem Volke zu verlängern, so finden sich doch bereitsSpuren, daß die Tanneser sich auch den friedlichen, nichtbloß zerstörenden, sondern erwerbenden und erhaltendenBeschäftigungen hingeben, und dies kann für ein Anzeicheneiner herannahenden Cultur undVerfeinerung gelten. Da-bin gehört unter andern die Geschicklichkeit ihrer Weiber inder Kochkunst, zu welcher die Mannichfaltigkcit der Nah-rungsmittel Anlaß gebe» haben mag. Sie wissen z. B.die Aams und Pifangs zu braten oder zu rösten; grüneFeigenblätter und £>fra (Hij)iscus esculentus) zu dam-pfen und Puddings zu backen, davon der Teig aus Pisangund Arumwurzeln, die Fülle aus Cocoskernen und Blät-tern besteht.

Australien . A g