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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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355
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Nie Norfolk-Insel.

der Landungsplatz ist. Da aber die Brandung gewalt-sam gegen den Riff schlagt, so bricht sie oftmals i» dasFahrwasser ein, und macht es unmöglich zu landen.Dies hangt überhaupt gänzlich von der äußeren Seeund von der Richlnng des Windes ab. Im Ganzen ge-nommen landet fich's am besten von halber Ebbe bis zuhalber Fluth, und mit Ost» Nordost - und Nordwest-Wind findet man gewöhnlich ebenes Wasser. Währendder Fluth geht der Waffcrstrom zwischen der Insel lehrheftig, so daß die Schiffe, welche auf felsichiem Bodennicht vor Anker geben könne», es sehr schwer finden, mitdem Ufer Gemeinschaft zu haben. Die Ebbe lauft neunStunden lang nach Osten, die Fluth drei Stunden, zu-weilen fünf Skuiiden lang nach Westen; in der Buchtaber wachst uud fall! sie achtehalb Stunde», und steigtzuweilen sieben Fuß hoch. Die andern Baien find nochschwerer zugänglich; nur Cascade-Bai ist ihrerLage wegen, im Winter der beste Landungsplatz.

Der Mangel eines sichern Hafens ist eine großeUnbequemlichkeit, und macht es schwer an die Insel zukommen. Es können zwar Schiffe, wenn sie unter demWind vor Anker gehn, oder andere günstige Gelegenhei-t'u abwarten, ein- und ausleben; aber unglücklicherWeise ist es gefährlich vor Anker zu gehn, weil eineMenge Korastenfelseii im Grunde find. Doch wird man,bei gehöriger Unterstützung von Port-Jackson, in we-nig Jahren kaum mehr au diese Schwicrigkeiten denken,wenn man dagegen in Betracht zieht, welch einen Vor-rach von Getraide die Bewohner von Neu-Süd-Wallisaus dieser Insel erhallen können.

Lieutenant King, dem wir die besten Nachrichtenüber die Norfolk-Jnsel oerdankeu, war zwei Jahre Gou-. verneur derselben. Als er ste verließ, befanden sich inSydniy Bai bereits folgende Eiilwohucr: