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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
Entstehung
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381
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Neu t Seeland.

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Sie haben eine Vorstellung von der Seele, die steTighl nennen, und welche nach dem Tode von Genienin den Himmel geführt wirb, wo ein guter Gott sieempfängt. Der schlechte Theil des Menschen aber wirdauf einer, durch die Mitte der nördlichen Insel laufenden,Straße nach Terry iugha, (dem Nord.Cap) von der»bösen Geiste gebracht und daselbst inö Meer gestürzt.

Sie haben Priester, unter denen es eine Rangord-nung giebt.

Welcher Art ihr Gottesdienst sey, ist nicht bekannt.Es scheint, daß die Priester das Volk bisweilen öffentlichbelehren. Auf Cook's Schiff befand sich der Tahitier Tu-pia, ein Priester, der sich oft mit den Neu.Seeländernüber Religionsgegenstände unterhielt. Erschien eine tie-fere und ausgebreiteter«: Kenntniß in Religionssachen zu be-sitzen, als irgend Jemand in Neu Seeland; denn so ofter sich zu ihnen herabließ, um sie zu belehren, welches zu-weilen in einer langen Rede geschah, so wurde er alleMal von einer großen Menge umringt, welche in der tief-sten Stille, und mit der ehrerbietigsten Aufmerksamkeit aufseinen Vortrag achteten.

Eine Art von Opfer, um die Götter sich günstig zumachen, scheint unter ihnen eingeführt. Cook sah einmalbei einem Felde, welches mit süßen Erdäpfeln bepflanztwar, einen kleinen, viereckigen, mit Steinen umgebenenPlatz, in dessen Mitte einer ihrer Spaten in die Erde ge-steckt, und ein Korb vvll Farrenkrautwurzeln daran auf-gehängt war. Auf seine Nachfrage erhielt er zur Ant-worr, daß dieses ein Opfer für die Götter sey, wofür maneine reiche Ernte zu erhallen hoffe.

Die Ncu-Seeländer begraben ihre Todt-m. Dochflndet man keine Mvrais oder Begräbnißplätze, wie inden östlichen Inseln, die von verwandten Völkern bewohnt