3§o Australien.
Das Land, von dem Vorgebirge der Kinderräuber bis«n die BaideS Ucberstußes -—Bai of Plcnty — welches -über zn Meilen lang ist, gehörte bei Cooks erstem Besuche,durchgängig zu dem Gebiete eines Königes, Namens T e.ratu, dessen Reich sich vielleicht noch viel weiter nachWesten hin erstrecken mag, und welcher daher für einenAustralischen Monarchen keine geringe Rolle spielt. I»dem Gebiete des Teraku sahen die Engländer verschiedeneLberhäupter,welchen v onSeiken der Unterthanen die größteEhrerbietung erwiesen wurde, und welche bei Gelegenheitdie Verbrecher mit Schlägen und Stößen bestrafen, ohne-aß biesedie geringste Widersetzlichkeit spüren ließen. Obsie diese Gewalt erblich besaßen, oder ob sie ihnen bloßüberkragen war, hat mau nicht erfahren; wahrscheinlich istdas erste der Fall; denn die Einführung von untergeordne-ten Erbwürden stimmt mit dem Zustande der Barbareioffenbar mehr überein, als die Anerkennung persönlicherVerdienste.
Drekleinen Stämme in den südliche» Theilen des Lan.des scheinen vieles, z. B. ihre Kleider, und die Fischernetze,die zum Theil von erstaunlicher Größe sind, miteinandergemein zu haben. Fast in jedem Hause sah man einige,welche mit der Verfertigung einzelner Theile zu einem sol-che» großen Netze beschäftiget waren, welche nachher zusam-mengefügt wurden. Diese Gemeinschaft eines gewissen Ei-genthums ist merkwürdig, weil sie zur Beförderung der Ge-selligkeit beitrage» muß.
Die Religion der Neu-Seelander zeigt, so wie dieSprache, einerlei Ursprung mit dem Glauben oder Aber,glauben derTahitier. Sie verehren ein höchstes W'ftn,
La 'Pouo« genannt, dem sie aber mehrere Untergottheite»zugesellen und welche schützende Genien verschiedener Ge-genstände zu seyn scheinen.