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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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404 Australien .

durch erreicht werden 'oll. Diese Fahrzeuge sind iiS 40Fuß lang, ihre Breite aber beträgt nur zwei Fuß. Wo-durch sie sich von allen andern Boten unterscheiden, be-steht darin, daß der Schnabel und das Hintertheil bei ih-nen völlig gleich, dagegen die beiden Seitenwände einan-der ungleich sind; die eine, gegen den Wind gekehrte, Seiteist nämlich runde, die andere ganz flach. Die Höhlungdieser Proa ist aus zwei an den Enden mit Baumrindeverbundenen Stücken zusammengesetzt, in denZwischenräu-men verstopft und mit Harz dicht verpicht. Die Tiefe be-trägt ungefähr einen Fuß. In der Mitte steht der 24Fuß hohe Mastbaum» woran ein dreieckiges Segel, mitHülfe einer, 27 Fuß vom Mast abstehenden Segelstange,befestiget ist. Um bei diesem großen Segel und bei dereigenen Bauart des Bootes, da» Umkippen zu vermeiden,ist an der runden Seite ein, aus drei Balken bestehendes,Gerüst angebracht, welches auf einem wie ein Kahn aus-geholten Holze ruht. Dies Gerüste, welches der Ausle-ger genannt wird, ist ungefähr 12 Fuß lang, das Holzaber, worin es ruht, ist um einen Fuß länger. *) Dieseganz originelle Einrichtung gestattet, daß sie mit einemSeitenwinde unglaublich schnell, und zwar ohne das Schiffzu wenden, vorwärts und rückwärts segeln können. Danun die Marianen fast Alle unter einem Meridian liegen,und hier die Passatwinde wehen, so sind diese Proen vor-trefflich für den Gebrauch berechnet, um von einer Inselzur andern zu segeln. Uebrigens sind selbst Reisen nach' den Philippinen in solchen Fahrzeugen gemacht worden.Die Seefahrer ohne Ausnahme, versichern, daß alleTheile dieser kunstreichen Fahrzeuge mit Fleiß, ja selbstmit Eleganz gearbeitet wären. Dies ist um so mehr zubewundern, als dieselben ohne eiserne Werkzeuge gebaut,und «ur durch scharfe Kiesel und Muschel-Schalen zuStande gebracht werden.

*) Anso» ha; rlne Abbildung von diesen Proe» geliefert.

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