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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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403
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Die Ladwnen- oder Marianen - Inseln. 40z

keine entnervenden Krankheiten und brachten ihr Leben nichtselten auf hundert Jahr.

So reichlich die Natur auch ihr schönes Vaterland mitnahrhaften Früchten versitzen hatte, so empfingen sie dochsolche nicht unthätig aus den Händen der allcrnährendenMutter; sie kannten die Arbeit und bewiesen bei derselbeneine eigne interessante Geschicklichkeit. Sie waren Acker-bauer, und obgleich ihr Verfahren dabei nicht mehr bekanntist, so mußte es ihrem-Bedürfniß angemessen seyn; dennsie lebten in einem gewissen Wohlstände, ja im Ueberflusse.

Es giebt noch deutlichere Zeichen von der nicht ge-meinen Industrie dieses Volkes. Auson sah auf Tinian .einige Denkmäler, die in der That auf eine sich der Kunstschon annähernde Geschicklichkeit schließen lassen. In allenTheilen der Insel, sagt er, findet man verfallene Gebäudevon einer ganz besonderen Art. Sie bestehen aus eknerdoppelten Reihepyramidenartiger Säulen, deren jede sechsFuß von der andern entfernt ist; die Weite zwifche bei-den Reihen aber beträgt zwölf Fuß. Das Piedestal derPyramide enthält fünf Quadratfuß; sie selbst ist dreizehnFuß hoch. Auf der Spitze einer jeden ruht eine halbeKugel, deren flacher Theil aufwärts gekehrt ist. Die Py-ramiden und diese Halbkugeln sind aus Sand und Stei-nen dicht zusammengekittet und mit Gips iiberworfen. DieEinwohner von Guan versichern, daß diese Pyramidender Grund von Gebäuden gewesen wären, welche, vorEinführung des Christenthums, einheimischen geistlichenLrdcn gehört hätten.

Ein anderer, noch deutlicher sprechender, Beweis vonder sinnreichen Industrie der Marianenbewohner, sind ihre"fliegenden Schiffe oder Proa's, welche einer civilisirtenNation Ehre machen würden, und welche selbst die Eng-länder für das größte Meisterstück der Schiffs - Baukunstanerkennen , nämlich in Absicht auf den Endzweck, der da