dieses verständigen Volkes waren weder blutig, noch an-haltend. Es war gleichsam einKamof, um aufdie geschicktteste Art, sich zu überlisten. Sie bemühten sich ihre Fein»dezu berücken, oder sieunvermutherzu übersatten. Dabeizeigten sie viel Kunst und Geduld in der Wahl des Ter-rains , in blinden Angriffen und Hinterhalt , worübersie oft ganze Tage, ohne etwas zu genießen, zubrachten.Kam es zum Handgemenge', so dauerte der Kampf nurso lange, bis einer oder zwei auf dem Platze blieben; odereinige zum Fechten untüchtig gemacht wurden. Die Par-thei, die den Kürzeren zog, schickte Gesandte ab, überden Frieden und die Bedingungen desselben zu unter-handeln.
Die Waffen, deren sie sich bei diesen Kriegen be-dienten, bestanden nur aus Steinen, und einer Lanze,an deren oberem Ende ein scharf zugespitzter Menschen-knochen befestigt war.
Um sich zu den Kriegen tüchtig zu machen, pfleg-ten sie die Knaben frühzeitig im Nennen, Springen,Steine und Lanzen nach dem Ziele zu werfen, und der-gleichen zu üben; wie denn ihre ganze Erziehung, außerdiesen Vorübungen zum Kriege, überhaupt nur im Ab-richten zu körperlicher Geschicklichkeit, als Schwimmen,Untertauchen und dergleichen bestand. In der Beredt-samkeit, welche doch viel bei ihnen galt, gaben sie kei-nen Unterricht; dieser müßte aber um so eindringenderseyn, weil sie bloß als eine natürliche Gabe geübt wurde.
Uiber die Religion der Marianer waren die Missio-ttäre gewiß so wenig geneigt als fähig, unpartheiische,philosophische Berichte zu erstatten. Gleichwohl habensie einige Bemerkungen mitgeheilt, die einen eigenthüm-lichen Geist vermuthen lassen.
Sie glaubten an ein höchstes, über alles Gewordene,undBeränderliche erhabenes Wesen, welches das All durch-