306 . Kunst-Händel.
Der Kaufmann Hr. Pet. ^ried. Catel, niachteschon seit vielen Jahren die^ Bemerkung, daß die. Spiel-Sachen und Figuren, mit welchen man die. Kinder beschenkt, gemeiniglich ganz ohne Ebenmaßund ausser der natürlichen Proportion verfertigt sind.An statt der Jugend wahre Abbildungen der Dinge' darzustellen, geben sie ihr unrichtige Begriffe. Danun aber Eindrücke, dje in unserm zarten Alter aufuns gemacht werden, schwer zu verdrängen sind, soläßt sich ohne Zweifel zum Theil daraus erklären, daß. die meisten Menschen so wenig Augen-Maß und & 1schmack für das wahre Schöne haben.
Hiernächst bemerkte Derselbe auch noch, daß die. Lehrer bey den meisten Wlffenjchaften ihren Schüler»von den Instrumenten, lind den damit anzustellendenVersuchen, nur sehe undeutliche Begriffe beybringe»konnten, weil sie ihnen, aus'Mangel der Werkzeuge,.selbst, nur höchstens Kupfer- Tafeln vorzulegen hat'
' ren. Alle mathematische und physikalische Gerärhschasiten waren so kostbar, daß nur wenige sich damit ver-sehen konnten. Diese Betrachtungen bewogen ihmim I. 1780 eine Handlung zu errichten, in welcherman nur alle ersimrliche Spiel-Archen und Puppe»».Werk für Kinder finden könnte.. Erließ deruuach ables, was im gemeinen Leben vorkommt, auf dasnaueste nach einem verjüngten Maßstabe verfertige»/
. und machte selbst die Modelle dazu.' Köpfe, Hände n»bandere Gliedmaßen, standen in einem genauen Ebeum^sie unter einander. Tische, Stühle, Schränke, Be»ren, kurz alles Haus - und Küchen - Geräth, wäre»verhältnißmäßig gearbeitet, und mau sahe nicht,gewöhnlich, den Stuhl so groß wie den Tisch, oder
eiue Flgur, die so. groß wie das neben ihr stehende Ha»s
war, sondern alles war so, wie es in der Natur a>»getroffen wird. Die Dinge rvgren auch nicht durchbunte und ekelhafte Farben verstellt. Seine Bemühe
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