Leberrö-M.
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sjche Erfahrung uns lehrt. Dm armen Gelehrten sehenwir selten glücklich. Ist er nicht ein aufferordelillscherK»pf, so kann er höchstens nur das erlernen, was er inseinem Gedachiniste verwahren kann, und wozu er keineandere Hülfsmittel braucht. Wut, er ja ein brauchbarerMann, der der Gesellschaft auf der einen Seite nützlichist, so schadet er ihr auf der andern, indem er geuu ang-lich viel dazir oeyträgt, den gelehrten, nnd besonders dengeistilchen Stand, — denn dienst wähl! gewöhnlich derarme Studierende in der Verachtung, worin er bestden döhcrn Standen steht, zu erhalten.
Hieraus scheint doch so viel zu erhellen, daß man wohl.tiötbiq habe, auf die Vermögens-.'Umstände der AtlrernRücksicht zu nehmen, ehe man seine Wahl festsitzt.
Von nicht geringerer Wichrigkrrk ist auch derStand der Aclcern bey dieser Wahl. Es wird vonVielen behauptet, daß jeder Stand seine E'geicheülen, seine eigenen Tugenden, wie seme eigenen Laster,Habe, uud man es den mehresten Menschen an ihremAeuffern und ihren angenommenen Gewohnheiten amsehen könne, zu welchem Stande sie gehörten. Wieviel hiervon wahr ist, wage ich nicht zu bestimmen,allein, so viel kann man, durch die Erfahrung belehrt,nicht läugnen, daß jeder Stand feine Eigenheiten hmbe, die dem Menschen ankleben, daß es schwer sey,lsie auszurotten, daß sie gemeiniglich in jeden andernStand mit übergenommen werden, und da der Verrachtung bloß stellen, welches am sichtlichsten wird,wenn man sich in höhere Stande einzudrängen sucht,ohne sich in die Gebrauche, Gewohnheiten der ge»brauchlichen Sprache und Sitten dieser Stände simden zu können. Gewöhnung, Beyspiel, früh eingersogene Begriffe und Vorurteile wieder abzulegen,ist schwer, gemeiniglich unmöglich, denn alles dieshat den größten Einfluß auf die Denkungs - Art deSMenschen gehabt, und leitet ihn nachher, ohne daßer es selbst weis, in seinen Handlungen. Aus LiejeinGrunde haben schon Diele behauptet, eS würde am