Lebens-Art.
«9
kann. Es ist überflüssig zu zeigen, wie sterblich dieVettern sind, so nützlich sie auch dann und wann ge-worden seyn mögen. Genug, daß derjenige, derohne wahre Fähigkeit, für das, wozu er befördertwird, ist, von mancher Seite der beklagenswürdigsteMensch bleibt, eben so wie einer, der von der DrescheTenne aufgerafft wurde, um zu studieren, bloß ausder Ursache, weil es sich fand, daß die Familie einStipendium von 50 Rthlr. habe.
Herrn M. Jo. Cph. Dommerich, Rector zuWolfenbüttel, Gedanken von besserer Einricht-ung der Lebensart junger Leute, zum Nutzen derRepublik (*)
Es ist dem gemeinen Wesen unstreitig sehr vcrtheil-haft, wenn sich zu allen Ständen, wovon ein Jeder zudem Besten der ganzen Republik das Seinige beyträgt,eine hinlängliche Anzahl geschickter Leute findet. Wennman den genauen Zusammenhang bedenkt, worin sich alleStande und Lebens-Arten zur Beförderung des allgemei-nen Besten befinden, so wird man leicht gewahr werden,daß kein Stand so geringe, keine Lebens-Art so niedrigsey, die nicht das Ihrige zu diesem großen Endzweck bey-trägt. Der Nutzen der Republik wird durch unzähligkleine Zuflüsse erhallen, unter welchen einige so unmerk-lich klein sind, daß sie, einzeln betrachtet, kaum wahrzu-nehmen sind; wenn sie sich aber mit andern vereinigen,so sieht man alsdann erst ihre Erheblichkeit und merklichgroße Wirkungen. Hieraus erhellet, wie viel dem gemei-nen Wesen daran gelegen sey, daß alle Stande gehörigbesetzet und mit tüchtigen Leuren versehen seyn. DerSchade, der aus dem Gegentheile entspringt, ist so ein-leuchtend, daß es kaum nöthig';» seyn scheint, ihn weit-laustig aus einander zu setzen. Man setze, es fehle in ei-ner Republik ein nöthiger Stand, wird derselbe alsdannnicht alles das Gute entbehren müssen, das durch densel-ben könnte hervorgebracht werden? Oder man nehmeF 5 an,
C) 2 m 6z St. der Hannov. nützt. Sammlungen, v. 1 .17.57.