Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lebens-Art.

Sicherheit in weiterer Vereinigung mit Menschenbeleidigt werden können, und die Beobachtung allesdessen, was erfordert wird, um in eben diesen wetternVerhältnissen das sittliche Wohlwollen Anderer fürsich zu erwecken. Vermöge des guten Tones werdenalle Aeusserungen einer rohen Sinnlichkeit, eines unge-bändigten Stolzes, einer vorgreifenden Eitelkeit,und einer widerlichen Gewinnsucht, aus der Gesell-schast verbannet. Vermöge desselben wird alles ver-mieden, wodurch aufdie Länge, und ohne hinreichendeKenntniß der Personen, mit denen man zu thun hat,die Achtung, die ein jeder sich wechselseitig als wohl-erzogener Mensch, und besonders dem Frauenzimmer,dem Alter und den Großen schuldig zu seyn glaubt,gekränkt werden könnte. Vermöge desselben suchtmanden Ausbruch seiner eigenen Leidenschaft zu unterdrü-cken, um die Leidenschaften Anderer nicht aufzuwiegeln;sich zu gewissen Gefälligkeiten und Aufmerksamkeitenzu verstehen, um eben diese Dinge von Andern zu er-warten; in seine Worte, in seine Handlungen denAusdruck von allgemeinem Wohlwollen zulegen, unddabey weder durch ein gezwungenes Wesen Zwang,noch durch zu große Ungebundenheit den Verdachtder Vernachlässigung zu erwecken.

Wer auf eine solche Art in der weitem Vereinig-ung mit Menschen und in ihren größeren geselligernZusammenkünften für Sicherheit und bequemes Ne«beneinanderseyn sorget, der hat guten Ton, der hatSitten. Ilaletonmauvais, sagt man von dem Prah-ler, von dem Zotenreisser, von dem Zänker. II a uofort bon ron, sagt man schon von dem wohlerzogenenJünglinge, der mit freymüthigem Anstaube in einemgeselligen Zirkel auftritt; und eine Gesellschaft,welche jene Regel beobachtet, ist auf einen guten Tongestimmet.

Dek. technol. Eric. LXVII Lh. H Vvtt