Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lebens - Art.

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man ist aber auf der andern Seite ausgeschweift, undhat Grobheit mit edler Ungezwungenheit verwechselt.Seit dieser Zeit ist es hin und wieder Ton geworden,ein Tölpel zu seyn, dem Frauenzimmer Zweydeutig-keiten vorzusagen, und den Kopf über alle Männerwegzustrecken, die zu viel Sinn des Schönen und zuviel Bescheidenheit haben, sich dem allgemeinenStrohme zu überlassen. Weil nun dieser Ton, derim Ganzen und auf die Länge nicht gefallen kann, ei-gentlich nur für solche Personen paßt, die sich vieleserlauben zu können glauben, für die Vornehmen undGroßen, so ist er oft Ton der großen welr genanntworden. Allein, zurEhre des Standes, der diesemTone den ersten Nahmen gegeben hat, muß bemerktwerden, daß die größten und wegen ihrer geselligenLiebenswürdigkeit bekanntesten Souverains, die Jo,seph, Franz, Friedrich Wilhelm, u. s. w., die höf-lichsten zuvorkommendsten Männer in ihren Statenwaren und sind; und daß die Großen am Hofe zuVersailles, bis auf die Zeit da sie durch die schlech-ten Sitten einiger Prinzen vom Geblüt verdorbenwurden, sich durch die aufmerksirmsteBeachtung derRegeln der feinen Lebens-Art ausgezeichnet haben.Und gewiß, das Wesen des Tones der großen Weltbesteht bloß in derjenigen Veredlung des guten undfeinen Tones, die eine frühere und fertigere Anwend-ung natürlicher oder conventioneller Grundsätze unterbesondere günstigen Lagen jeder Kunst zu geben pflegt.Der Große nähmlich, der von früher Jugend an,mit dem Bewußtseyn aufwächst, daß er eine wichtigeRolle in den geselligen Zirkeln seiner Mitbürger spie-len soll, früh mit den Grundsätzen, wodurch mangefällt, bekanntwird, und sich diese früh durch wirklicheAusübung zu eigen zu machen weis , erhält dadurcheine Zuverlässigkeit und Gewandtheit, die sich in spä-tern Jahren vielleicht nie, oder nur bey sehr aus-

gezeich-