Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
117
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Lebens-Art.

ii?

gezeichneten Anlagen und unter sehr günstigen Ver-hältnissen, erlangen läßt. Vermöge dieser Vorzügewird er nun durch keinen Vorsall im geselligen Lebenin eine Verlegenheit gesetzt, die ihn um den freyenGebrauch seiner Kräfte brächte. Er stellt sich allent-halben mit dem Bewußtseyn seiner Würde dar, ohneUebermuth, und bezeigt Jedem die gehörige Acht-ung und Aufmerksamkeit, ohne sich etwas zu werge-ben. Er lernt durch seinen häufigen und frühen Um-gang mit Menschen dergestaltdie Gränzendes Schick-lichen und Unschicklichen, des Gefälligen und Unge-fälligen kennen, daß er sich nicht allein keines unnöth-igen Aufwandes, oder einer auffallenden Vernachläß-igung von Höflichkeit schuldig macht, sondern daß ersich sogar gewisse Ausschweifungen über die äusserstenLinien der konventionellen und allgemeinen Regelmäß-igkeit erlauben darf, die mit den Vortheilen, die erdaraus für das Ganze derKunst zieht, compensirt wer-den; das ist der Ton eines Mannes aus der großenWelt; und eine Gesellschaft, in welcher dieser Ton derherrschende ist, ist auf den Ton der großen Weltgestimmt.

Wer nicht die Anlagen zu diesem Tone hat, undsich auch nicht in den Verhältnissen befindet, ihn aus-zubilden, versuche sich, wenn er doch durch feinenTon hervorstechen will, die Amsenitär im geselligenUmgänge zu eigen zu machen. Sie steht zum Toneder großen Welt, wie die Miniatur-oder Pastell-Mahlerey zur Fresco - Mahlerey. Es kann sie derjen-ige ausüben, der aus dem geselligen Umgänge nichtsein Haupt-Geschäft macht, und sie ist vorzüglich beydem Srarde zunächst an dem Hof- Manne anzutref-fen. Si; gehört besonders der katholischen Geistlich-keit, der ehemahligen in Frankreich eigen, undman trifft sie auch oft bey auswärtigen Ministern vomdritten R-nge an einigen Höfen an. Sie unterschei-H Z det