Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lebens-Beschreibung.

Vorfälle. Der Biograph muß solche nutzen, undin ihr gehöriges Verhältniß sehen. Daß ein Menschin seinem Gange bald geschwinde, und dann wiederlangsam sey, ist, an sich betrachtet, eine Kleinigkeit;aber Sallustius bemerkt sie vom Catilina, als einMerkmahl einer Seele, die bey sich etwas mit heft-igen Bewegungen überlegt. Es ist deswegen dieVerfertigung einer guten Lebens-Beschreibung, wennsie sich von den Personalien eines Leichen-Bittersunterscheiden soll, keine so leichte Arbeit, als wohlmancher sich einbildet. Unter der Menge von Lebens-Beschreibungen, die wir haben, sind ihrer eben sogar viele nicht, welche die Probe aushalten. Vielehaben dergleichen geschrieben, die mit der Beschaffen-heit ihrer Arbeit nicht bekannt genug waren; sie ent,halten Nachrichten, die man eben so gut aus Zeitun-gen sammeln könnte; sie setzen sie zusammen, wie dasgute Glück sie ihnen in die Hände liefert; wenn eshoch kommt, so legen sie eine chronologische Reihevon Thaten vor, ohne daß sie sich um den wahrenCharakter desjenigen, dessen Leben sie schildern wol-len, im geringsten bekümmern. Sie fehlen auch inder Wahl der. Vorfälle, und bringen oft Dinge inihre Erzählungen, die der Well ohne Schaden undNachtheil verborgen bleiben könnten; oder wenn sieauch wichtige Begebenheiten erzählen, so machen sienicht den gehörigen Gebrauch davon. Der Biographmuß also aus den vor ihm liegenden Nachrichten nurBegebenheiten heraus suchen, die des Aufbehaltenswürdig sind; er muß sie so erzählen, daß dadurch derCharakter der Person geschildert werde; er muß alleZüge so sehen, daß sie kein falsches Licht auf Charak-ter werfen; er muß von dem Verdachte der Partey-lichkeit und der Schtneicheley entfernt seyn, und sichhüten, daß er nicht in den Ton eines Lob-RednerSfalle; er kann mehr moralische Betrachtungen einmi-schen,