Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
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>6 Lebens-Mittel, Vicmalierr.

Direztor muß daher ein ehrlichst, rechtschaffener, undselbst von allen Bestechungen entfernter Mann seyn,zugleich aber auch alle Aufmerksamkeit anwenden, undsich niemahls auf andere verlaffen, sondern selbst ganzbesondere Wege ausfündig machen, um gründlich zuerfahren, wie die Polizey-Taxen beobachtet werden,und die Handwerker auf der Entgegenhandlung zu er-tappen. Ein Bäcker, Brauer, Fleischer, und der-gleichen Handwerker aber muß die drey ersten Mahle,da er die Taxe übertritt, mit einer jedes Mahlzu ver-doppelnden Geld-Strafe beleget, oder mit Confiscationaller seiner feil habenden Ware, und das vierte Mahlmit Niedeelegung und Entziehung seines Gewerbesund seiner Gerechtigkeit, bestrafet werden.

Z. Die Vorsorge der polizey muß sich auch aufdie Güte und den Wohlgeschmack der Lebens- Mit-tel erstrecken. Je mehr eine Stadt die Bequemlich-keiten und Annehmlichkeiten des Lebens genießt, destoglücklicher ist sie; und die Fremden finden eine besondereAnreizung, in einer Stadt, wo die Lebens-Mittelin vorzüglicher Güte und Wohlgeschmack angetroffenwerden, sich aufzuhalten, oder mit wesentlicher Wohn-ung dahin zu begeben. Es gereicht der Polizey in einerStadt gewiß zu besonderm Ruhm, wenn schönes,weißes, wohlschmeckendes Brod und anderes Back-werk, schönes genugsam fettes Fleisch von allerleyArten, gutes und wohlschmeckendes Bier, u. dgl.,darin gefunden werden. Wenn es also hier und daan der Güte und dem Wohlgeschmäcke ein und ande-rer Lebens - Mittel fehlt, wenn z. B. noch schlechtesund elendes B>er gebrauet wird, so muß die Polizeyden Bürgern mit gutem Rath und Anweisung an dieHand gehen, und sie auf alle Art und Weise aufzu-muntern, insonderheit aberden alten Schlendrian unddte eingewurzelten Vorurlheile auszurotten suchen.

4. End-