Lebens-Mittel, Victualien. 247
und diese werden immerwährende Canäle zurVermehrungdes Reichthumes des Landmannes, und derer, die von derIndustrie leben. Die Schiffe laufen beständig aus undein, ihre Anzahl nimmt zu, und der Etat wird mächtigund furchtbar zur See. Die schiffbaren Flüsse sind unauf-hörlich mit großen und kleinen Fahrzeugen bedeckt, welcheden Provinzen die Waren aus den Häfen zuführen, und,beladen mit den Produkten des Landes, wieder zurückkeh-ren. Zu eben diesem Transport dienen auch die wohl un-terhaltenen Heer-Straßen, so daß man Tag und Nachtdas Knarren der Wägen und das Geschrey der Fuhrleuteund Mauleseltreiber hört. Nirgends wird der Reisendemit den Klage-Tönen derBettlerbeschweret, weilArmuthund Elend da unbekannt sind, wo Ackerbau und Künsteblühen, wo der Handel mit den nöthigen Lebens-Bedürf-nissen ohne Zwang ist. Bey diesem Ueberflusse ist jedermannvoll edler Empfindungen der Vaterlands-Liebe, und ver-ehrt in seinem Regenten einen Vater und wohlthätigenBeschützer. Die weisen Gesetze haben diese bewunderns-würdige Veränderung in dem besagten Stake hervorge-bracht, und die wichtigsten und nützlichsten Speculatione»der Oekonomie zur Wirklichkeit zu bringen gewußt.«
EimgeAemerkmigen aus guten polizeilichenAnstalten bey Verkaufung der Lebens-Mittelan Markc-Tagen, von Hrn. Lic. Frenzel, mitAnmerkungen und Erörterungen des Hni. Pros.Titius (*).
„Pfuscher sind jederzeit als eine weit um sich greifendeSeuche zu betrachten, die dem State unersetzlichen Scha-den zufügen; und wenn gleich die besten Vorkehrungengetroffen werden, so lassen sie sich eben so tvemg, als diePocken oder Blattern, ausrotten. Man muß schon zu-frieden seyn, wenn ihnen öffentliche Gränzen gesetzt wer-den. Sie sind aber nicht beyden Aerzten allein, obgleich ammehresten zu suchen; denn da jeder sein eigener Arzt seynwill, so sucht er auch gern Andern Hülfe zu leisten, wozusich dann der Gewinnst, dieFaulheit, dieHabsuchtu.d.gl.
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