Lebens, Mittel, Victualien. 249
Rücksicht genommen, damit die Armen auf alle nur er-sinnliche Art Erleichterung bekommen. Jede Art derzum Verkauf gebrachten Waren hat seinen angewiesenenBezirk, um alles desto leichter zu übersehen, und den Be,trug zu vermeiden. Auf ähnliche Weise ist auch der Ver-kauf bey dem lebendigen Vieh eingerichtet, um das Ein-kaufen der ländlichen Lebens Mittel auf alle nur mög-liche Art den Bürgern bequem zu machen, die Theurungzu verhindern, und dem Schleichhandel nebst der MäklereyGränzen zu setzen. Ein gleiches wird be» den übrigen,zum öffentlichen Verkauf gebrachten Land-Produkten, anButter, Käse, frischen und trocknen Gemüsen, und an-dern Waren, genau beobachtet, um allen Maklereyen nndBetrügereyen gehörig vorzubauen. Wo mau vieleMäkler, Aufkäufer, Mehlhändler, Burter- und Käse-Krämer in einer Stadt antrifft, da kann man sehr leichtschließen, wenn nicht besonders gute Ansucht dabey beob-achtet wird, daß der Ankauf von Lebens-Mitteln denArmen äusserst erschweret, daß die Theurung durch der-gleichen Händler unterhalten, und daß der erhöhete Preisder Waren nicht sowohl der vermehrten Volks-Menge,als vielmehr der außerordentlichen Pfuschrrey .zu zuschrei-ben seyn werde. Man bemerkt dieses deutlich beym Obst-Handel. Alle Obst- Gärten werden bereits um Iohannisvon den Maklern in Beschlag genommen, aufs. höchste er-pachtet, und das Obst einzeln wieder auf das theuersteverkauft. Kommt ja einiges auf den Markt, so wird esebenfalls bald wieder aufgekauft, und in den Häusei n ein-zeln vertrödelt. Wenn aber der Aufkauf auch nicht er-folgt, so findet sich doch eine besondere Art Menschen,die als Gelegenheitsmacher anzusehen sind. Diese Leutesuchen sich sowohl Bekanntschaft bey dem Landmanne,als auch in den Häusern zu erwerben, von denen devdensie. Gewinn ziehen, und sind noch schädlicher, als die Auf-käufer selbst werden (*).
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l') Aber, wenn nun diese Pachter nicht sind, wenn dem Land-Manne und den Gartenbesitzern das Obst stberm Halse ge,lassen wird, was soll dann geschehen? Der Landman» kannes so weniq, als der Obst-Cultivaeeur, weder im Ganjen,noch im Einzelne» verkaufen. Ersterer hak da;» keine Jeir,und Lejterer ist niehrenrheils gar nicht i» der Lage, den Ge-winnst