Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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272
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272 Lebens - Ordnung.

klüger rathen sollten, als die Ersten. Man sollte billigalle Theile des Leibes gleich warm halten. Die Ursacheist leicht zu finden. Wenn wir ganz nacket erzogenwären, so würden wir so gesund seyn, wie die Wil-den. Wenn wir alle Theile des Leibes gleich warmmit Kleidern bedecken, so ist es eben so gut, als obww nacket giengen, aber nur in einer wärmer« Him-mels-Gegend lebten, als die, worin wir wohnen.Wir können also auch hierbey vollkommen gesundund stark seyn. Wenn wir hingegen immer einenTheil viel wärmer halten, als den andern, so versehenwir den Körper in einen Zustand, in den die Naturkein Thier jemahls verseht, und hierdurch machen wiruns nur fähiger, ungesund zu werden. Der Theil,welcher am wärmsten gehalten wrrd, steht in Ge-fahr, von einer Luft erkältet zu werden, die allenübrigen Theilen im geringsten nicht schädlich ist.Wre weit entfernt uns also nicht eine solche Vorsichtvon der guten Absicht, um deren willen wir sieerwählen!

Hieraus erhellet also, daß man den Leib mit sowenigen Kleidern bedecken sollte, als möglich ist, unddaß man hierin keinem Theile einen Vorzug vor demandern geben müsse. Hieraus wird manche Gewohn-heit tadelhaft, Die sehr im Gebrauche ist. Wenndas Frauenzimmer den Kopf und die Brust ganz un-bedeckt laßt, hingegen die Füße sehr warm bekleidet,ja wohl gar auf Feuerstübchen setzt, so ist dieses ebenso nachtheilig für ihre Gesundheit, als wenn einMenschen - Fresser ein Küssen vor die Brust binden,und mit dem übrigen Theile des Leibes nacket ge-hen wollte. Doch dieses «st einmahl Mode; undwenn es gleich ein Fehler ist, so rechtfertigt ihn dieGewohnheit.

Gewobn-