Lebens-Ordnung. 27z
Gewohnheit macht den Fehler schön.
Den wir von Jugend auf gesehn.
Vergeben« wirds ein Lluger wagen,
Und, daß wir thöricht sind, uns sagen.
Wir selber halten ihn dafür.
Bloß, weil er klüger ist, als wir.
In einer so allgemeinen Abhandlung, als diejen-igen sind, die man in einer Lebens-Ordnung für dasganze menschliche Geschlecht verfassen muß, lassen sichunmöglich die Regeln auf alle einzelne Fälle amven-den. Der Leser, der sich jederzeit in den Umständeneines so besondern Falles befindet, muß diese Anwend-ung selbst machen, da hingegen der Lehrer nur dahinzu sehen hat, seine Regeln so einzurichten, daß siesich auf alle vorfallende Umstände leicht anwenden las-sen. So ist eS mit den gegenwärtigen Regeln beschaf-fen. Der Wohlstand, der Beruf, die Lebens-Art,die Mode, das Land und die Himmels-Gegend,worin man lebt, ja laufend andere Umstände zwingendie Menschen, sich an gewisse Trachten und Arten derKleidung zu gewöhnen, davon einige an sich selbst,den Leib wärmer halten, als andere, und davon einigegewisse Theile mehr, als die andern, erwärmen.Ein Jeder muß selbst dahin sehen, wie er es vermit,tele, daß ihm seine Tracht am zuträglichsten werde.Ein Afrikaner muß, nach Proportion, weit leererangezogen seyn, als ein Europäer; die verschiedenenJahrszeuen erfordern ebenfalls in dieser Absicht einenWechsel der Kleidung. Hierbey hat man überhauptdie vorhergehenden Regeln dergestalt anzuwenden,daß man jederzeit die leichteste Tracht wähle, die ineinem gewissen Lande, in einer gewissen Jahrszeit,und in allen übrigen Verhältnissen des menschlichenLebens möglich ist, und daß man auf eben die Weifedahin sehe, die Bekleidung aller Theile deS Leibes,so viel als möglich ist. gleich auszutheilen,ivek.technol. Enc. I.XVUTH. S Der