Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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274 Lebens-Ordnung.

Der Wechsel der Kleidung in verschiedenen §<5 k-'dern, oder zu verschiedenen Jahrszeiten, hak einen sowichtigen Einfluß auf die Gesundheit, daß man hier-von besondere Regeln angeben muß. Die erste Re-gel bey dem Kleider^ Wechsel ist die: daß man nicht;u sehr damir eilen muß. Wer aus Rußland nachHolland, und von da nach Ober-Sachsen reiseke,der würde sich sehr betrügen, wenn er glaubte, daßihm in Holland schon eben so lustige Kleider dienten,als er in Ober-Sachsen nöthig haben würde. EinReisender muß sich jedes Mahl an einem gewissenOrte schon eine Zeitlang aufgehalten haben, ehe erdie Kleidung wärmer, oder kühler, einrichtet. Ebenso ist es mit den Jahrszeilen. Die meisten Frühlings»und Herbst Krankheiten nehmen von dem geschwin-den Wechsel der Sommer- und Winter-Kleider ihrenUrsprung. Die zweyte Regel ist die: den Unter-schied in der Kleidung nie so merklich zu machen, alses etwa die veränderte Himmels - Gegend oder Jahrs-Zeit zu erlauben scheint. Aus den Pelzen gleich indie Seiden- und Sommer-Kleider zu ziehen, ist einegefährliche Sache; und ich glaubegewiß, daßdiejen-igen der Gesundheit am gemäßesten handeln, dieSommers und Winters solche Kleidungen tragen,die ihnen im Sommer nicht zu heiß und im Winternicht zu kalt sind, ohne jemahls damit umzuwechseln.Die dritte Regel ist die: die ganze Kleidung, undnicht bloß diesen oder jenen Theil derselben, zu ver-ändern« Gleichwie es tausend Mahl gefährlicher ist,mit entblößter Brust an ein Fenster zu treten, undsolchergestalt nur einen Theil des Leibes zu entblö-ßen, als sich in eben der Luft ganz nacket auszuziehen,so ist es auch mit dem allgemeinen und dem besondernWechsel der Kleidung beschaffen. Ein ganzer Som-mer Anzug, den man zu früh im Frühlinge anlegt,wird verursachen, daß man zu frieren anfängt; hin-gegen