»4 Lebens-Ordnung.
statten; sie werden groß, fest und stark dabey; nurpräge man ihnen ein, daß sie nach der Erhitzung sichnicht abkühlen und kalt trinken. Schwachen, zarten,kränklichen und zum Bluten geneigten Kindern ist dasLaufen schädlich. Die Ruhe ist zur Echoblung neuerKräfte nothwendig, und angenehm. Das viele Si-tzen macht weit mehr Menschen krank, als die zu starkeBewegung. Lange Ruhe und vieles Sitzen erschlapptdie festen Theile, verhindert den Umlauf der Säfte,erzeugt Schärfe, schwächt die Verdauung, machtden Körper träge, schwer und aufg dunstn, oft fett,und saftvoll, aberungesund. Kommen zu dieser sitzen-den Lebens- Act noch Fehler im Essen, Trinken undLeidenschaften, so wird der Grund zu langwierigenKrankheiten desto geschwinder gelegt. Personen, dieviel sitzen, leiden meistens von Krankheiten des Ma-gens und Unterleibes. Von einer sitzenden Lebens-Art auf ein Mahl zur starken Bewegung schreiten,ist gefährlich.
Die Bewegung befördert alle Absonderungen,insonderheit die Ausdunstung. Ist die Bewegungmäßig, so wirddavonderganzeKörpergestärkt; fängtman aber mit derselben auf ein Mahl zu heftig an,und fährt über die Kräfte, bis ein starker Schweißerfolgt, damit fort, so wird derselbe geschwächt. DieBewegung ist Jedermann nützlich; aber Personenvon vielen Säften bedürfen ihrer am meisten, ertragensie auch am besten. Die Nerven oder die innern undäußern Sinne zu ermüden; mit Nachdenken zu ar-beiten; von heftiger Freude, Liebe, Begierde, Ehr-geiz, Sorge, Angst, Schrecken, Verzweiflungoder Furcht sich hinreisten zu lassen, dies allesbringt den Umlauf des Geblütes in Unordnung, undtrocknet den Körper aus, ohne daß seine Oekonomieeinen Nutzen davon hat. Leichtsinnige und unem-pfindliche, muntere und phlegmatische, schnelle und
lang-