Leber-Fluß. 399
War diese eigene Kraft der Leber zu schwach, sonannte er den Zustand dieses Eingeweides imbecilli-tatem (aTüHav), und die daher rührenden Zufälle,affectiones hepaticas im engern Sinne. In Absichtder Ursachen dieser Arome, konnte Galen nicht inVerlegenheit seyn, denn bey ihm hieng das Wohlbe-finden des ganzen Körpers und seiner einzelnenTheile, so wie die Wirksamkeit der Kräfte der Leber,von dem gehörigen Verhältnisse und der passendenMischung der Elemente ( 6 ), des warmen, kalten,feuchten und trocknen ab, und ein unzählbares Heervon Krankheiten wurde aufRechnung des Zuviel oderZuwenig in dieser Mischung geschrieben. So sollte,z. B. die calida hepatis intemperies, die in der Leberenthaltenen, so wie die durch die Gekröse-Blutaderndabin gebrachten Säfte, braten und verbrennen; diefrigi da aber, jene dick, und gegen Flüssigkeit undBewegung widerstehend, diese aber schleimig, roh undgleichsam nur halb. gekocht machen.
Galen ( 7 ) giebt überhaupt viererley Arten vonblutigen Ausleerungen durch den Stuhlgang, alsFolgen von eben so vielen verschiedenen Krankheit-Zuständen, an. Alle nannte man im AllgemeinenDysenterias sanguineas. „Eine Art dieser Ausleer-ungen," sagt er: „wo wirkliches Blut abgeht, findet„bey denen Statt, denen ein Glied abgelöset worden,„oder welche die gewohnten Leibes-Bewegungen un-„terlassen haben, wo sie periodisch erfolgt, oder bey„Frauenspersonen nach unterdrückter monathlicher„Reinigung. Eine andere, wobey wässeriges Blut,„welches man mit Fleisch-Wasser (Lotura carnis)„vergleicht, abgeht, rührt von Atome der Leber
Her.
(6) De different, morbor, c. 4, sqq. JDe loc, affect.
L. S, c. 8.
(7) De syinptom. causs. L. 2. e, 7,