4§6 Leber-Krankheiten, der Menschmund Thiere.
mich dieser Methode allemahl mit so glücklichem Erfolgebedient habe, daß nicht ein einziges Mahl ein Speichel-Fluß entstand; nur bey drey Kranken fiengen das Zahn-Fleisch und die Drüsen ein wenig anzuschwellen an, wel-ches einen bevorstehenden Speichelfluß anzuzeigen schien.Ich hatte aber auch zu argwöhnen, daß diese Leztern, ehesie von der Leber-Entzündung befallen wurden, Mer-kurial Mittel gebraucht haben mochten.
Fängt die Geschwulst an, sich allmählich zu verlieren,und kommt eine lebhafte Farbe bey dem Kranken im Ge-ficht wieder, so muß man von dem fernern Gebrauche desQuecksilbers abstehen, und die Fieber-Ninde ganz alleinnoch etliche Tage gebrauchen lassen. Zur völligen Wie-derherstellung meiner Patienten wurden selten mehr alsi; Gran vom Quecksilber-Sublimat erfordert.
Durch Hülfe der angezeigten Mittel sind von mir diemehresten Kranken, von denen einige eine sehr beträcht-liche und ziemlich harte Geschwulst der rechten Seite un-ter den kurzen Nippen halten, völlig curirk worden. Un-ter diesen befanden sich einige, bey denen die Geschwulstund Harte sich bis in die Magen-Gegend ausbreitete.
, Wofern jedoch bey einem acht - oder zehntägigen Gebrauchedieser Mittel, die Geschwulst nicht zertheilt oder verrin-gert wird, und der Schmerz sich wieder einstellt, so hatman eine Vereiterung zu befürchten, und man darf sichmit der Hoffnung, die Geschwulst zu zertheilen, nichtmehr schmeicheln. Sodann ist es, meinen Beobachtun-gen nach, besser, äusserlich erweichende Mittel aufzulegen,und die Erzeugung des Eiters zu beschleunigen, und, sobald als möglich, denselben auszuleeren, als mit dem Ge-brauche der zertheilenden Mittel, welche insgemein nun-mehr fruchtlos angewendet werden, fortzufahren. Denn.ich habe es zu wiederhohlten Mahlen erfahren, daß haupt-sächlich von der zeitigen Ausleerung des Eiters das Lebendes Kranken abhieng; und daher rathe ich, gleich bey denersten Kennzeichen des erzeugten Eiters die Geschwulst zuöffnen, wenn man auch gleich keine Fluctuatio» oderWeiche in derselben verspürt. Dieser Rath ist vorzüglichalsdann von großer Wichtigkeit, wann der Eiter nicht inder Oberfläche, sondern tiefer in der Substanz der Leberselbst, seinen Sitz zu haben scheint; in diesem Falle be-merkt man die .Fluctuatio n sehr spät von aussen, und nur