Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere. 469

wieder zurück treten, welches aber in andern Blut-Gefäßen nicht geschehen kann, indem die daran be-findlichen Klappen solches verhindern. Diese beydeangeführte Ursachen find es, warum die Entzündungder Leber, wie bey Menschen, so auch bey Thieren,nicht so oft wie Lungen-Entzündungen, oder derglei-chen Krankheiten in andern Eingeweiden, vorfallen»Zuweilen aber ist diese Art Krankheit epidemisch, undhat in einer bisher unbekannten Ursache ihren Grund.Hingegen entstehen alle Verstopfungen in diesem Ein-geweide, so, daß man auch unter zwanzig verrecktenPferden kaum fünf findet, bey denen nicht eine Ver-stopfung oder Verhärtung der Leber anzutreffen ist.Die Ursache hiervon ist auS dem Vorhergehendenleicht einzusehen. Dre der Leber die benöthigtenNahrungs-Säfte zuführenden Gefäße, nähmlich:die Leber-Arterie, ist ausserordentlich klein, mithinfindet hierin kein überflüssiger Zufluß Statt; dasBlut in der Pfort-Adec aber kann, wegen seinerZähigkeit und geringen Bewegung, ganz ohne großeGewalt in die Leber hinein gebracht werden. Weilaber die Bewegung dieses Saftes in diesem Einge-weide nicht stark ist, und nicht leicht Entzündungenbewirken kann, so ist dieses als die Ursache anzusehen,warum bey Pferden so oft Verhärrungen in der Leber,Scirrhi, und Polypen in den Blut-Gefäßen ange-troffen werden.

Die Kennzeichen, woran die Entzündung der Le-ber bey Pferden zu erkennen ist, sind folgende:i. Das Pferd steht traurig, und will nicht fressen,ohne dabey unruhig zu seyn. 2. Der Puls geht, wiebey allen Entzündungen, geschwinde und hart; wennder Urin gelb, zähe und schleimig ist, und das Weißein den Augen, oder mit diesem zugleich das Maul unddie Zunge gelb von Farbe ist.

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