Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere. 487
blutigen Personen sehr oft den Grund zu manchemley Krankheiten legt. Ungeachtet man dergleichenPersonen keine völlige Hoffnung zu einer völligenWiederherstellung mit Gewißheit machen kann, sopflegt doch, wofern nur dieselben ein gehöriges Ver-halten beobachten, die Krankheit nicht so zu zunehmen,vaß sie den Tod verursachet; und es können solchePersonen, wenn auch das Uebel nicht gehoben wird,doch dabey ein hohes Alter erreichen. Da gedachtePatientinn vollblütig war, so riech ihr Thompson,von Zeit zu Zeit Ader zu lassen. Dabey mußte sietäglich 2 Mahl eine halbe Pinte Decoct der eröffnen-den Wurzeln trinken, und sowohl um den Leib offenzu halten, als auch die Auflösung der Geschwulst zubefördern, einen Abend um den andern 15 Gran vonPillen nehmen, die aus gleichen Theilen Rhabarberund Seife mit Violen-Syrup bereitet waren. Ue-brigens untersagte er ihr den Genuß aller unverdau-lichen Speisen, und rieth ihr, statt des Bieres, Was-ser mit Cttron-Sast und Zucker zu trinken, auch öf-ters mit Reiten und Fahren sich Bewegung zu ma-chen. Ueberdies ermähnte er sie, nachher die mine-ralischen Wasser zu Bach zu versuchen, die bey vie-len Kranken in Fällen dieser Art, wenn auch dieKrankheit weit länger gedauert hatte, doch guteDienste geleistet haben.
Pouteau der Aeltere, Wund. Arzt zu Lyon, er-zählt folgenden ähnlichen Falls*):
„Die Frau Delorm e, eine Wärterinn der Wöchner-innen in Lyon, 50 Jahr alt, und die im tosten Jahre,ohne krank gewesen zu seyn, ihre monathliche Reinigungverloren hatte, bekam zu Anfange des Febr. 178', dieH h 4 Gelb-
(') In seinen Bemerkungen über den Vertheil, welchen derevebrnuch der Blascnpfluster in verschiedenen Lrank-(ictteil verschilfen fami. S. Oeuvre« poitliumes de Mt.l’outcau, le fiis. Supplemeut Tc. III. p, j$}.