4k8 Leber, Krankheiten, der Menschen und Thiere.
Gelbsucht. Vorher hatte sie heftige Magen-Schmerzenausgestanden, welche mir aber mehr in der Gegend derLeber ihren Sitz gehabt zu haben scheinen; diese vermein-ten Magen-Schmerzen blieben nach dem völligen Aus-bruche der Gelbsucht ganz weg. Nachdem sie verschiedeneAerzre um Rath gefragt, und viele Arzeney-Mittel wi-der diese Krankheit ohne den geringsten merklichen Nutzengebraucht halte, suchte sie am Ende des Aug. dess. I. mei-nen Rath. Nach verschiedenen gethanen FrageiUter-suchte ich die Beschaffenheit der Leber; ich fand den gro-ßen Flügel derselben nach der rechten Seite zu verstopftund sehr aufgetrieben; der Urin war, wie die Kranke mirversicherte, sehr gelb und trübe, und die Excremente nichtgefärbt. Ich rieth ihr fast dieselben Arzeney - Mittel an,die man ihr schon verordnet hatte, und vorzüglich dieSeifen-Pillen mit dem tartarisirten Weinstein, und denAufguß von römischen Kamillen-Blumen.
Im darauffolgenden December traf ich diese Frau beyeiner Wöchnerinn an; sie sagte mir, daß sie seit einigenTagen einen Schmerz unter den falschen Rippen hätte,an welchem sie sehr litte, und zwar wäre der Schmerzdoppelt, sowohl vorn als hinten; der leztere aber griffe sieNicht so an, als der erstere. Ich ließ sie auf ein Bett le-gen, um die Leber zum zweyten Mahl zu untersuchen.Ich fand, daß dieselbe an Größe sehr zugenommen hatte,so, daß sie 2 oder % Linien breit über das äusserste Endeder drey ersten falschen Nippen und ihrer Knorpel, vonoben nach unten zu gezahlt, hervor ragete; der HintereSchmerz war auch unter denselben falschen Rippen, 2 Zollweil von den Wirbelbeinen des Rückens.
Nunmehr hielt ich diese Frau für völlig verloren; dochsagte ich ihr, daß man ihr auf die vordere Seite, welchedie schmerzhafteste war, ein Blasen-Pflaster legen müßte;uno daß man, wenn es einige Erleichterung verschaffte,oder den Schmerz zertheilte, einige Tage nachher einzweytes auf die Hintere schmerzhafte Stelle legen würde.Ich bat die Wöchnerinn, den der sie war, ihr 24 StundenAreoheit zu geben. Ich ließ ihr ei» Blasen-Pflaster aufdie schmerzbasle Stelle legen; sie blieb 24 Stunden imBetre. DaS Pflaster zog sehr stark und zerlheilte denSchmerz, welches mir eine gute Vorbedeutung zu seynschien; 8 oder 10 Tage nachher ließ ich ihr ein anderes